Genf (epd). Rund 5,4 Millionen Flüchtlinge sind laut dem Hilfswerk UNHCR seit Oktober 2023 in ihr Heimatland Afghanistan heimgekehrt. Die Menschen kehrten freiwillig zurück oder sie seien von ihren Aufenthaltsländern zur Ausreise gezwungen worden, sagte der UNHCR-Beauftragte in Afghanistan Arafat Jamal am Freitag in Genf.
Allein seit Jahresbeginn seien 150.000 Afghaninnen und Afghanen aus dem Iran und Pakistan in das Land am Hindukusch gekommen, wo ein strenger Winter mit Schneefall in vielen Gebieten herrsche. Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Rückkehr hätten die humanitäre und die wirtschaftliche Krise in Afghanistan verschärft. Zudem verschlimmere sich die Menschenrechtssituation , besonders für Mädchen und Frauen.
Frauen finden schwer Arbeit
Bei einer UNHCR-Umfrage habe etwas mehr als die Hälfte der zurückgekehrten Männer angegeben, eine Form von Arbeit gefunden zu haben. Bei Frauen sinke dieser Anteil auf weniger als ein Viertel. Neun von zehn Rückkehrern lebten von weniger als fünf US-Dollar (4,2 Euro) pro Tag.
Mehr als die Hälfte der rückgekehrten Familien habe erklärt, keine amtlichen Dokumente zu besitzen, die ihre Identität oder Herkunft belegen.
In Afghanistan herrschen seit 2021 wieder die islamistischen Taliban, die ihre religiösen und gesellschaftlichen Vorstellungen brutal umsetzen. Die Taliban unterdrücken insbesondere den weiblichen Teil der Bevölkerung, dem sie grundlegende Rechte aberkennen.


