Genf, Mexiko-Stadt (epd). Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat sich äußerst besorgt über die Zuspitzung der sozioökonomischen Krise in Kuba geäußert. Das jahrzehntelange Finanz- und Handelsembargo, die US-Maßnahmen zur Beschränkung von Öllieferungen sowie Extremwetter hätten schwerwiegende Auswirkungen auf die Bevölkerung, erklärte Türk am Freitag in Genf.
Er forderte „alle Staaten“ auf, einseitige Wirtschaftssanktionen aufzuheben. Politische Ziele rechtfertigten keine Maßnahmen, die gegen die Menschenrechte verstießen. Angesichts der Abhängigkeit der Gesundheits-, Lebensmittel- und Wasserversorgung von importierten fossilen Brennstoffen gefährde die Ölknappheit die Versorgung der Menschen auf der ganzen Insel.
Zugang zu sauberem Wasser beeinträchtigt
Intensivstationen und Notaufnahmen in Krankenhäusern seien ebenso gefährdet wie die Herstellung, Lieferung und Lagerung von Impfstoffen, Blutprodukten und anderen Medikamenten, fügte Türk hinzu. Stromausfälle beeinträchtigten den Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene. Die Kraftstoffknappheit wirke sich auch auf Schulverpflegung, Entbindungsheime und Pflegeheime aus. Die Schwächsten seien besonders hart getroffen.
Unterdessen kündigte eine internationale Koalition zivilgesellschaftlicher Organisationen eine Seemission an, um Lebensmittel, Medikamente und Hilfsgüter nach Kuba zu bringen. Die Flotte soll unter dem Namen „Unser Amerika“ im März in See stechen, wie die mexikanische Zeitung „La Jornada“ berichtete.
Durchbrechung der US-Blockade
Der US-Amerikaner David Adler, Aktivist von Progressive International, sagte, es gehe darum, die US-Blockade zu durchbrechen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte mehrmals das Ende der einseitig verhängten Wirtschaftsblockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba gefordert, die seit 1962 in Kraft ist.
Die jüngste Verschärfung der US-Sanktionen durch Präsident Donald Trump hat den Staat zu Notfallmaßnahmen gezwungen. Kuba verfügt zwar als eines der wenigen karibischen Länder über eine eigene Erdölindustrie, fördert jedoch nur rund 40 Prozent des Eigenbedarfs.


