Olympia-Disqualifikation von Ukrainer: Schenderlein zeigt Verständnis

Olympia-Disqualifikation von Ukrainer: Schenderlein zeigt Verständnis
Ein ukrainischer Skeleton-Fahrer ist wegen der Abbildung getöteter Sportler auf dem Helm disqualifiziert worden. Die Staatsministerin für Sport äußert Empathie mit dem Athleten, aber auch Verständnis für die IOC-Entscheidung.

Berlin (epd). Die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt, Christiane Schenderlein (CDU), hat Verständnis für die Disqualifikation eines ukrainischen Athleten bei den Olympischen Winterspielen geäußert. „Ich habe große Empathie dafür, wenn Athletinnen und Athleten an ihnen persönlich nahestehende Sportlerinnen und Sportler auch auf sportlicher Bühne erinnern wollen“, sagte Schenderlein am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Gleichwohl habe sie Verständnis für das Festhalten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) an seinen Regularien, ergänzte sie.

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch hatte während der Trainingsläufe einen Helm getragen, auf dem Sportler abgebildet waren, die im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine getötet wurden. Er wollte den Helm auch im Wettkampf tragen, was laut IOC gegen die für Olympiateilnehmer geltenden Regeln verstoßen hätte.

„Adäquate Orte für Meinungsäußerung finden“

Dem Athleten seien andere Möglichkeiten aufgezeigt worden, um an die getöteten Sportler zu erinnern, zum Beispiel das Tragen eines Trauerflors am Arm, teilte das IOC mit. Heraskewytsch habe aber darauf bestanden, während des Rennens den Helm anzuziehen. Schenderlein sagte, sie hoffe, „dass die aktuelle Diskussion innerhalb des IOC, im Rahmen von Sportgroßveranstaltungen adäquate Orte für derartige Meinungsäußerungen zu finden, zu einem allseitig befriedigenden Ergebnis führt“.