Landesregierung stellt besseren Schutz von Bahnpersonal in Aussicht

Landesregierung stellt besseren Schutz von Bahnpersonal in Aussicht
Nach dem tödlichen Angriff gegen den Bahnmitarbeiter Serkan Çalar wurden Forderungen nach einem besseren Schutz von Zugbegleitern laut. Die Landesregierung verspricht nun Geld für mehr Personal und zusätzliche Bodycams.

Mainz (epd). Nach einem Treffen mit Vertretern von Bahnunternehmen, Gewerkschaften und Verkehrsverbünden hat die für den ÖPNV in Rheinland-Pfalz zuständige Landesumweltministerin Katrin Eder (Grüne) am Mittwoch mehr Geld für Sicherheit in den Zügen versprochen. Das Land werde einen „einstelligen Millionenbetrag“ bereitstellen, um mehr Doppelbesetzungen in Zügen und die Anschaffung zusätzlicher Bodycams für Zugbegleiter zu ermöglichen, erklärte sie nach dem Gespräch: „Die Sicherheit der Beschäftigten ist zentral. Wir sind bereit, dafür auch zusätzliche finanzielle Mittel in die Hand zu nehmen.“

Mit dem Geld soll ermöglicht werden, dass Kontrolleure auf bestimmten Linien oder zu Zeiten mit einem erhöhten Risiko von Konfliktfällen nicht mehr allein in den Zügen eingesetzt werden. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hatte zuvor gefordert, in Zügen müsse es grundsätzlich eine Doppelbesetzung geben.

Landesministerin sieht auch den Bund in der Pflicht

Zusätzliche Maßnahmen im Bereich der Bundespolizei erhofft sich die Ministerin von einem für Freitag angesetzten Sicherheitsgipfel. Auch der Bund sei in der Pflicht, sich an den Kosten besserer Sicherheitsmaßnahmen zu beteiligen.

Am 2. Februar war der alleinerziehende Familienvater Serkan Çalar bei einer Kontrolle auf der Fahrt zwischen dem pfälzischen Landstuhl und dem saarländischen Homburg von einem Fahrgast attackiert worden. Der 36-Jährige erlitt dabei eine Hirnblutung, an deren Folgen er starb. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst.