Berlin (epd). Die mit Kostengründen begründeten Zugangsbeschränkungen für Integrationskurse haben nach Einschätzung der Volkshochschulen gravierende Auswirkungen für Betroffene und Bildungseinrichtungen. Die Folgen seien „fatal“, erklärte der Deutsche Volkshochschul-Verband am Mittwoch. In der Erklärung übt der Verband harsche Kritik am zuständigen Bundesinnenministerium. Das demontiere „die Strukturen, auf die es baut“.
Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte den Trägern von Integrationskursen am Montag mitgeteilt, dass „bis auf Weiteres“ keine Teilnehmer mehr zugelassen werden, für die der Kurs nicht verpflichtend ist. Das betrifft Asylbewerber im Verfahren, Geduldete, Migranten aus der EU sowie Flüchtlinge aus der Ukraine. Begründet wird die Beschränkung in dem Schreiben mit den Kosten für die Kurse. Die Entscheidung sorgte für heftige Kritik.
Mindestteilnehmerzahl ohne Freiwillige nicht zu erreichen
Der Volkshochschul-Verband erklärte, dass nach seiner Schätzung mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Integrationskurse freiwillig kommen und nicht etwa vom Jobcenter dazu verpflichtet wurden. Ohne diese Teilnehmenden wackeln nach seiner Prognose die Kurse insgesamt, weil die vom Bundesamt vorgegebene Mindestteilnehmerzahl nicht mehr erreicht werden könne. „Dadurch haben künftig auch viele zur Teilnahme Verpflichtete keine Chance mehr auf einen Platz im Kurs“, heißt es in der Erklärung.
Die „kurzsichtige Sparaktion“ werde sich langfristig auswirken, warnte der Verband. Die Volkshochschulen könnten Lehrkräften keine Perspektive mehr bieten und würden finanziell geschädigt. Die Kommunen wiederum bezahlten den Lebensunterhalt für Menschen, „die mit ausreichenden Deutschkenntnissen längst unabhängig von Sozialleistungen wären“.
Die Volkshochschulen sind der größte Träger der seit 20 Jahren bestehenden Integrationskurse. Im ersten Halbjahr 2025 besuchte laut Statistik des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge fast jeder und jede Dritte der rund 178.000 Teilnehmer einen solchen Kurs an einer Volkshochschule.


