Krankenhäuser bereit für Rückkehr des Zivildienstes

Krankenhäuser bereit für Rückkehr des Zivildienstes
Eine Umfrage bei den Kliniken zeigt: Fast alle würden im Falle der Rückkehr zum Zivildienst die jungen Männer beschäftigen - aber nur, wenn der Staat den Löwenanteil der Personalkosten trägt.

Berlin (epd). Die deutschen Krankenhäuser wären bereit, wieder Zivildienstleistende zu beschäftigen. Das geht aus einer internen Umfrage hervor, die die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) am Donnerstag in Berlin veröffentlichte. Demnach signalisieren 93 Prozent der befragten Kliniken eine sehr hohe Bereitschaft, Plätze für Zivildienstleistende anzubieten. Bereits vor der Aussetzung des Zivildienstes im Juli 2011 hätten 87 Prozent der Kliniken Zivildienstleistende beschäftigt.

„Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass der Zivildienst in vielen Fällen ein Einstieg in spätere Berufe in der Pflege oder im medizinischen Bereich war. Dieser Perspektive stehen die Krankenhäuser ausdrücklich offen gegenüber“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, Henriette Neumeyer.

Nur personelle Ergänzung für die Fachkräfte

Als klassische Einsatzbereiche für die jungen Männer sehen die Kliniken laut der Umfrage des zur DKG gehörenden Deutschen Krankenhausinstituts vor allem unterstützende Tätigkeiten in der Pflege sowie Patientenbegleit- und Versorgungsdienste. Die Kliniken haben laut der Vorständin klargestellt, dass Zivildienstleistende keine vollwertig einsetzbaren Mitarbeitenden seien. „Sie können aber eine wertvolle Ergänzung im Klinikalltag sein“, erläuterte Neumeyer.

Klar ist der Vize-Vorsitzenden zufolge aber auch, dass die Kosten für Zivildienstleistende in der aktuell angespannten wirtschaftlichen Lage in einem überschaubaren Rahmen bleiben müssten. Der überwiegende Teil der befragten Häuser könne sich eine Finanzierung analog zum heutigen Bundesfreiwilligendienst vorstellen. Nicht darstellbar sei indes ein Eigenanteil von 30 Prozent an einer möglichen Vergütung von rund 2.600 Euro pro Monat - eine Summe, die derzeit für freiwillig Wehrdienstleistende geplant ist. „Eine solche finanzielle Belastung wäre für die Kliniken wirtschaftlich nicht tragbar“, hieß es.