Gewerkschafter: Sicherheit bei der Bahn nicht verhandelbar

Gewerkschafter: Sicherheit bei der Bahn nicht verhandelbar
Der Chef der Eisenbahngewerkschaft EVG, Burkert, ruft die Politik nach der tödlichen Attacke auf einen Bahnmitarbeiter in Rheinland-Pfalz zum Handeln auf. Für die Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen müsse mehr Geld fließen.

Berlin (epd). Der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, sieht Bund und Länder in der Pflicht, die Sicherheit in Zügen und an Bahnhöfen zu erhöhen. „Sicherheit ist nicht verhandelbar“, sagte Burkert am Donnerstag im „Morgenmagazin“ des ZDF. Er forderte als Konsequenz aus dem tödlichen Angriff auf einen Bahnmitarbeiter in Rheinland-Pfalz, dass in Nahverkehrszügen die Bundesländer künftig immer mindestens zwei Zugbegleiter an Bord vorschreiben und im Fernverkehr Bundespolizisten mitfahren.

Die Innen- und Verkehrsminister von Bund und Ländern gehörten dringend an einen Tisch, um zu beraten, wie das zu finanzieren sei. Aus seiner Sicht würden auch Bodycams für Zugbegleiter und Notfallknöpfe an den Handys der Mitarbeiter helfen. Zugangskontrollen an Bahnhöfen hält Burkert für nicht praktikabel.

Acht Angriffe auf Bahnbedienstete pro Tag

Bei der Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress war der 36-jährige Serkan C. am Montagabend auf der Fahrt zwischen Landstuhl und Homburg von einem Reisenden ohne Fahrschein mit mehreren Faustschlägen gegen den Kopf attackiert worden. Der Bahnbedienstete starb an seinen Verletzungen.

Die Deutsche Bahn zählte im vergangenen Jahr mehr als 3.000 Angriffe auf Bahnpersonal. Das seien rund acht pro Tag, teilte ein Sprecher des Konzerns mit. Die Tendenz gegenüber 2024 sei gleichbleibend auf hohem Niveau, die Hälfte der Angriffe betreffe das Zugpersonal im Regionalverkehr.