Entsetzen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter

Entsetzen nach tödlichem Angriff auf Zugbegleiter
Ein Zugbegleiter aus Rheinland-Pfalz ist seinen schweren Verletzungen erlegen, die ihm ein Schwarzfahrer während einer Kontrolle zugefügt hatte. Politiker zeigten sich geschockt von der Tat, Gewerkschafter fordern endlich wirksame Schutzmaßnahmen.

Mainz, Zweibrücken (epd). Die tödliche Attacke auf einen rheinland-pfälzischen Zugbegleiter hat bei der Deutschen Bahn und in der Politik für Entsetzen gesorgt. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) räumte am Mittwoch ein, dass mehr für den Schutz von Bahnbediensteten getan werden müsse. „Züge und Bahnhöfe müssen sicher sein“, erklärte er. Die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und dem Saarland, Alexander Schweitzer und Anke Rehlinger (beide SPD), teilten in einer gemeinsamen Presseerklärung mit, die „schreckliche Gewalt gegen jemanden, der einfach seinen Job macht“, mache wütend und traurig. Sie sei ein furchtbarer Ausdruck der „seit langem steigenden Aggressivität“ gegenüber Bahnpersonal.

Die Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Evelyn Palla, verurteilte den Gewaltexzess ebenfalls. „Heute ist ein schwarzer Tag für alle Eisenbahnerinnen und Eisenbahner im Land“, schrieb sie auf der Plattform LinkedIn.

Gewaltausbruch bei Fahrkartenkontrolle

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hatte zuvor mitgeteilt, dass der bei dem Angriff schwer am Kopf verletzte Zugbegleiter am Morgen im Krankenhaus an seinen Verletzungen gestorben war. Bei der Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress war der 36-jährige Serkan C. am Montagabend auf der Fahrt zwischen Landstuhl und Homburg von einem Reisenden ohne Fahrschein attackiert worden, den er aus dem Zug verwiesen hatte. Der Angreifer konnte festgenommen werden und befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

„Seit Jahren weisen wir darauf hin, dass die Übergriffe auf Zugpersonal zunehmen. Kolleginnen und Kollegen berichten von wachsender Respektlosigkeit, Drohungen und körperlicher Gewalt“, erklärte Mario Reiß, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Viele Situationen eskalierten schneller als früher: „Dennoch erleben wir in der politischen Debatte häufig Relativierungen, statistische Schönrechnungen oder Maßnahmen, die vor allem auf dem Papier gut aussehen.“