Berlin (epd). Gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland müssen nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums offenbar immer länger auf einen Termin bei einem Facharzt warten. Laut einer Versichertenbefragung, auf die sich die Bundesregierung beruft, betrug die Wartezeit im Jahr 2024 im Schnitt 42 Tage, wie aus Antworten auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervorgeht, über die die Düsseldorfer „Rheinische Post“ (Mittwoch) berichtet. 2019 waren es demnach noch 33 Tage gewesen. Die Daten erfassten Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), die mindestens einen Tag auf Facharzttermine gewartet haben.
Zugleich sind den Angaben zufolge die jährlichen GKV-Ausgaben für offene Sprechstunden bei Ärzten gewachsen. Die extrabudgetäre Vergütung für Leistungen im Rahmen offener Sprechstunden stieg demnach im Jahr 2023 auf rund 814 Millionen Euro. 2020 seien es noch rund 291 Millionen Euro gewesen. Hintergrund sei, dass bestimmte Ärzte mindestens fünf Stunden pro Woche als offene Sprechstunden ohne vorherige Terminvereinbarung anbieten müssen, hieß es. Dafür bekämen sie zusätzliches Geld in Form einer extrabudgetären Vergütung.


