Dresden (epd). In Dresden wird am Wochenende rund um den Jahrestag der verheerenden Bombardements vom 13. Februar 1945 an die Opfer des Nationalsozialismus und die Zerstörung der Stadt erinnert. Traditionell ist für Freitag am frühen Abend (18 Uhr) eine Menschenkette durch die Dresdner Innenstadt geplant, zu der rund 10.000 Menschen erwartet werden, wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte.
Laut Dresdner Versammlungsbehörde sind vom 13. bis 15. Februar mehr als 20 Mahnwachen, Demonstrationen und andere Veranstaltungen im Zusammenhang mit dem Kriegsgedenken angemeldet. In der Vergangenheit hatten Rechtsextremisten wiederholt versucht, das Gedenken für sich zu instrumentalisieren. Dagegen sind auch in diesem Jahr mehrere Demonstrationen angemeldet.
Gäste aus Coventry
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) betonte, der 13. Februar vereine Mahnung, Erinnerung und Hoffnung: „Niemals dürfen wir die Opfer von Krieg und nationalsozialistischer Gewaltherrschaft vergessen.“ Zugleich stehe der Tag für Versöhnung, „wenn wir in der Menschenkette Hand in Hand mit Gästen aus unserer Partnerstadt Coventry stehen“.
Bei einem Luftangriff der deutschen Luftwaffe am 14. November 1940 auf die englische Industriestadt Coventry wurden große Teile der Innenstadt und die Kathedrale zerstört. Hilbert rief zur Teilnahme an der Menschenkette auf. Sie trägt das Motto „Gemeinsam Haltung zeigen. Jeden Tag“.
Gemeinsames Singen
Bereits am Vormittag des 13. Februar findet ein Gedenken auf dem Nordfriedhof und dem Heidefriedhof statt. Auf dem Neumarkt lädt die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden ab 16 Uhr zum stillen Gedenken vor der Frauenkirche ein. Vor dem Kulturpalast wird ab 17 Uhr gemeinsam mit den Philharmonischen Chören zum „Bürgersingen“ eingeladen. Anschließend wollen Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP), seine Amtskollegin aus Coventry, Rachel Lancaster, sowie die Rektorin der TU Dresden, Ursula Staudinger, sprechen.
Staudinger erklärte am Montag: „Die Menschenkette ist ein starkes Zeichen dafür, dass wir angesichts der Verbrechen des Nazi-Regimes gemeinsam Verantwortung übernehmen: für eine offene Gesellschaft, für Solidarität und für ein respektvolles Miteinander in Vielfalt.“
Das Bündnis „Dresden Wi(e)dersetzen“ rief dazu auf, sich an Protesten gegen Neonazis und „rechte Akteure“ zu beteiligen. Zudem plant die Initiative „Herz statt Hetze“ am Freitagabend ein Kulturprogramm auf dem Altmarkt.
Erinnern an Luftangriffe
Begleitet wird die Menschenkette am 13. Februar vom Glockengeläut der Innenstadtkirchen. Die Stiftung Frauenkirche Dresden lädt bereits am Mittag um 12 Uhr sowie im Anschluss an die Menschenkette unter anderem zu Friedensandachten ein. In der Kreuzkirche gibt es am Abend (20.30 Uhr) einen ökumenischen Friedensgottesdienst. Zum Abschluss öffnet die Frauenkirche ihre Türen zu einer „Nacht der Stimmen“ (22 Uhr).
Die Luftangriffe der Alliierten durch britische und US-amerikanische Bomber auf Dresden zwischen dem 13. und 15. Februar jähren sich in diesem Jahr zum 81. Mal. Stadt und Zivilgesellschaft gestalten jährlich jeweils am 13. Februar einen Gedenktag. Bei den Luftangriffen im Februar 1945 starben rund 25.000 Menschen.


