Berlin (epd). Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) lehnt es ab, Zahnbehandlungen aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen zu streichen. „Das schließe ich aus, denn es wäre eine Abkehr des Kerngedankens unseres Solidarsystems und widerspricht dem Ziel, Prävention zu stärken“, erklärte Warken am Montag in Berlin. Sie reagierte damit auf einen Vorstoß des parteinahen CDU-Wirtschaftsrats.
Die Idee stieß auch bei den Zahnärzten auf Ablehnung. Der Vorschlag sei „medizinisch falsch, unsozial und ökonomisch kurzsichtig“, erklärten der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Martin Hendges, und die Präsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Romy Ermler. Es sei „ein Trugschluss“ zu glauben, so lasse sich im Gesundheitswesen Geld sparen. „Das Gegenteil wäre der Fall“, erklärten Hendges und Ermler.
Ersatzkassen widersprechen vehement
Von einem völlig falschen Ansatz sprach auch der Verband der Ersatzkassen (vdek). Eine gute Zahngesundheit sei essenziell für die körperliche und geistige Gesundheit insgesamt, erklärte die Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. „Gesunde Zähne dürfen keine Frage des Geldbeutels sein.“
Der Wirtschaftsrat der CDU hatte am Sonntag ein Papier mit Reformvorschlägen veröffentlicht und dabei deutliche Einschnitte in den Sozialstaat gefordert. Unter anderem heißt es darin, dass sich Zahnbehandlungen „generell gut privat absichern“ ließen und sie deshalb „nicht länger im Umlageverfahren den Beitragszahlern zur Last fallen“ sollten.


