Synodaler Weg: Kritik wegen langsamer Reformen

Synodaler Weg: Kritik wegen langsamer Reformen
Bei der letzten Synodalversammlung des katholischen Reformprozesses Synodaler Weg gab es Kritik an den Bistümern. Die Bischofskonferenz weist diese zurück.

Stuttgart (epd). Die Generalsekretärin der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Beate Gilles, hat Kritik am Fortschrittsbericht zur Umsetzung von Reformvorschlägen des Synodalen Wegs zurückgewiesen. Bei näherer Betrachtung enthalte der Monitoring-Bericht zu den Beschlüssen des katholischen Reformprozesses Synodaler Weg auch in anonymisierter Form Erkenntnisse, sagte Gilles am Freitag in Stuttgart bei einer Pressekonferenz während der letzten Synodalversammlung des Reformprojekts. Noch bis Samstag diskutieren etwa 180 Delegierte in Stuttgart, welche Fortschritte der Reformprozess gebracht hat.

Zentraler Tagesordnungspunkt der Synodalversammlung war am Freitag die Vorstellung des Monitoring-Berichts unter der Leitfrage, in welchen Bistümern die Veränderungen, die zwischen 2020 und 2023 beschlossen wurden, bereits umgesetzt sind. Die einzelnen Rückmeldungen sind anonymisiert, woran es viel Kritik von Teilnehmern der Synodalversammlung gab. Gilles verteidigte diese Entscheidung.

Bistum ist nicht gleich Bistum

Zwischen 2020 und 2023 hatten Bischöfe und Laien insgesamt 15 Texte verabschiedet, darunter neun konkrete Handlungstexte, etwa für Segensfeiern für gleichgeschlechtliche Paare, die Beteiligung von Gläubigen an Bischofswahlen oder die Möglichkeit, in Messfeiern zu predigen auch für Frauen.

Der Vizepräsident des Zentralkomitee der deutschen Katholiken, Christian Gärtner, betonte, Bistum sei nicht gleich Bistum. Kleinere Bistümer wie Essen, Magdeburg oder Eichstätt hätten andere finanzielle oder personelle Ressourcen als große Bistümer in Köln, Münster, München oder Paderborn.

Gar nicht beteiligt an der Umfrage unter den 27 Bistümern für die Erhebung hatten sich die Bistümer Köln, Regensburg, Passau und Eichstätt. Gärtner, der aus dem Bistum Eichstätt stammt, plädierte dafür, dass die Reformvorschläge auch an der Kirchenbasis ankommen müssten. „Ein Bistum ist mehr als der Bischof“, sagte er.