USA reaktivieren Hilfsprogramme in Somalia

USA reaktivieren Hilfsprogramme in Somalia
Nach einer Unterbrechung wegen der Zerstörung eines Lagers nehmen die USA ihre Hilfsprogramme in Somalia wieder auf. Die Bevölkerung ist auf Unterstützung angewiesen.

Nairobi, Mogadishu (epd). Die US-Regierung hat Hilfsprogramme für Somalia wieder aufgenommen. Das erklärte das US-Außenministerium am Donnerstag auf der Plattform X. Die Programme waren Anfang Januar eingestellt worden, weil die somalische Regierung ein Lager des Welternährungsprogramms (WFP) zerstört hatte, in dem unter anderem von den USA finanzierte Hilfsgüter lagerten. Die somalische Regierung habe die Verantwortung übernommen, die Hilfsgüter an das WFP übergeben und eine neue Halle bereitgestellt, hieß es.

Die internationale Hilfe ist für Millionen Menschen in Somalia überlebenswichtig. Immer wieder herrscht in Teilen des Landes am Horn von Afrika Dürre, so wie auch derzeit wieder. Etwa ein Viertel der somalischen Bevölkerung leidet Hunger, fast die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt oder in diesem Jahr davon bedroht.

US-Bombardierungen in Somalia nehmen zu

Die USA unterstützen Somalia nicht nur bei der Hilfe für die bedürftige Bevölkerung, sondern auch im Kampf gegen die islamistische Al-Shabaab-Miliz, laut Medienberichten mit zunehmender Intensität. Seit Jahresbeginn habe die US-Armee 23 Luftangriffe in Somalia geflogen, berichtete das Nachrichtenportal „Garowe“. Ziel seien sowohl die Al-Shabaab-Miliz, die zum Terrornetzwerk Al-Kaida gehört, als auch der Ableger des „Islamischen Staat“. Die Drohnenangriffe des US-Militärs in Somalia stehen seit Jahren in der Kritik, weil dabei immer wieder Zivilistinnen und Zivilisten getötet werden.

Das Verhältnis zwischen den USA und Somalia ist derzeit angespannt. Die Regierung von Präsident Donald Trump geht massiv gegen somalische Migrantinnen und Migranten in den USA vor. Zudem haben sich mehrere US-Politiker für eine Anerkennung der Region Somaliland ausgesprochen, die sich von Somalia losgesagt hat, nachdem Israel diesen Schritt als erstes Land im Dezember gegangen ist.