Vielfältiges Gedenken an Holocaust

Vielfältiges Gedenken an Holocaust
An die Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus wird am Dienstag und Mittwoch in Berlin in vielfältiger Weise erinnert. Unter anderem versammeln sich dazu auch Mitglieder zweier Fußballklubs.
26.01.2026
epd
Von Lukas Philippi (epd)

Berlin (epd). Mit mehreren Veranstaltungen wird am Dienstag in Berlin an die Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus erinnert. Unter anderem sind eine Kunstaktion, Kranzniederlegungen und mehrere Gottesdienste geplant. Das Brandenburger Tor soll am Dienstagabend mit dem Schriftzug der internationalen Gedenkkampagne #WeRemember (deutsch: „Wir Erinnern“) angestrahlt werden, teilte die Senatskanzlei am Montag in Berlin mit.

Anlass ist der internationale Holocaust-Gedenktag am 27. Januar. Am Dienstag jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal. Die traditionelle Gedenkstunde im Bundestag für die Opfer des Nationalsozialismus ist für Mittwoch geplant. Gastrednerin ist die 1938 in Gdingen bei Danzig geborene US-Amerikanerin Tova Friedman. Sie überlebte das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau.

Straße soll nach Gedenkstätte Yad Vashem benannt werden

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) erklärte am Montag: „Wie kaum ein anderer Ort steht das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz bis heute für die menschenverachtende Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten.“ Das unermessliche Leid von sechs Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden dürfe niemals vergessen werden.

Zugleich begrüßte Wegner Überlegungen, einen Straßenabschnitt in Mitte nach der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu benennen: „Berlin ist die Stadt, von der aus der Holocaust geplant und organisiert wurde.“ Es wäre ein „Zeichen der Erinnerung und der Mahnung - und ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus, Hass und Menschenfeindlichkeit“.

Medienberichten von Mitte Dezember zufolge gibt es eine Initiative zur Umbenennung eines Teilabschnitts der Dorotheenstraße neben dem Jakob-Kaiser-Haus des Bundestags. Dazu stehen noch Beschlüsse des Bundestags und des Senats aus.

Kunstaktion am „Gleis 17“

In Berlin sind am Dienstag mehrere Gedenkveranstaltungen geplant. Unter anderem wollen am Mahnmal „Gleis 17“ am Bahnhof Grunewald Vertreter der Fußballklubs Hertha BSC und 1. FC Union sowie des Berliner Fußball-Verbands und vom schwulen Anti-Gewalt-Projekt Maneo Kränze niederlegen (10 Uhr). Mit dabei ist die ehemalige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Lala Süsskind. Von dort aus wurden ab Herbst 1941 ungefähr 10.000 deutsche Juden in Arbeits- und Konzentrationslager deportiert und größtenteils ermordet.

Für den Nachmittag hat die „Polit-Putze“ Irmela Mensah-Schramm eine Kunstaktion am „Gleis 17“ geplant. Die vielfach ausgezeichnete Aktivistin will damit auf ein nach ihren Angaben „seit vielen Jahrzehnten leer stehendes Bahnwärterhäuschen“ aufmerksam machen, das als Informationsort genutzt werden könnte (14 Uhr).

Gottesdienste

In der Französischen Friedrichstadtkirche wird für Dienstagabend zu einem Gottesdienst eingeladen (19 Uhr). Daran beteiligen sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und das Institut Kirche und Judentum. Gottesdienste sind auch in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche (18 Uhr) und in der St.-Annen-Kirche in Dahlem (18 Uhr) geplant. Der Bundestag kommt am Mittwoch zu seiner traditionellen Gedenkstunde zusammen.