Stilles Gedenken an NS-Opfer am Holocaust-Mahnmal

Stilles Gedenken an NS-Opfer am Holocaust-Mahnmal
Am Dienstag jährt sich die Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz zum 81. Mal. Still gedachten Menschen bereits am Montagabend am Berliner Holocaust-Mahnmal der Opfer der Judenverfolgung, darunter auch Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow.

Berlin (epd). Am Berliner Holocaust-Mahnmal haben am Montagabend Dutzende Menschen der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Begleitet von einem jüdischen Gebet, stellten die Anwesenden, darunter Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) und mehrere Abgeordnete, Kerzen für die von den Nazis ermordeten Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Zeugen Jehovas, Menschen mit Behinderungen und politischen Gegner ab.

Nach Angaben der Anlaufstelle für Holocaust-Überlebende und ihre Nachfahren, „Amcha Deutschland“, hatten insgesamt neun Organisationen aus der Antidiskriminierungsarbeit, Erinnerungskultur und der jüdischen Gemeinde zu der Gedenkstunde eingeladen, darunter das „Anne-Frank-Zentrum“. Anlass ist der 81. Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.

„Erinnerungskultur allein genügt nicht“

Der Verein „Gesicht Zeigen!“, der ebenfalls zu der Gedenkstunde aufgerufen hatte, betonte vorab die Dringlichkeit des Erinnerns. Mit der Gedenkstunde wolle man angesichts von Hass und Intoleranz seine Solidarität mit den heute in Deutschland lebenden Jüdinnen und Juden zeigen. Die Geschäftsführerin Sophia Oppermann erklärte: „Die aktuelle Realität der Bedrohungen und Angriffe gegen Menschen auf der Straße, in Schulen und im Netz macht deutlich, dass Erinnerungskultur allein nicht genügt, wenn ihr kein entschlossenes Handeln folgt.“