Mannheim (epd). Das Rauchen von Zigaretten und Depressionen treten häufig gemeinsam auf. Je mehr Zigaretten eine Person raucht, desto stärker sind die depressiven Symptome, lautet das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim. Ein Rauchstopp verringere das Risiko deutlich, hieß es.
Die Analyse umfasste laut Mitteilung Daten von fast 174.000 Menschen. Raucher und ehemalige Raucher litten demnach häufiger an Depressionen als Menschen, die nie geraucht hatten. Die Studie fand eine sogenannte Dosis-Wirkungs-Beziehung. Pro zusätzlicher Zigarette am Tag nahmen die depressiven Symptome messbar zu. Je länger der Griff zur letzten Zigarette zurücklag, desto geringer war das Depressionsrisiko.
Ursächlicher Zusammenhang nicht bewiesen
Auch der Zeitpunkt des Rauchbeginns spielt eine Rolle. Ein späterer Einstieg ins Rauchen war mit einem späteren Beginn einer Depression verbunden. Die Studie beweist allerdings den Forschern zufolge keinen ursächlichen Zusammenhang - ob also Rauchen depressiv macht oder ob nicht eher Depressive zum Rauchen neigen. Dies liege am Studiendesign und an den rückblickenden Bewertungen der Teilnehmer, erläuterten die Forscher. Andere Tabakprodukte wie Zigarren oder Pfeifen wurden nicht berücksichtigt.
An der Analyse nahmen insgesamt 173.890 Personen im Alter von 19 bis 72 Jahren teil, die Hälfte davon Frauen. 81.775 von ihnen hatten noch nie Zigaretten geraucht, 58.004 waren ehemalige Raucherinnen und Raucher und 34.111 komsuierten zum Zeitpunkt der Studie das Tabakprodukt.


