Ethikrat plant Stellungnahme zur Langzeitpflege

Ethikrat plant Stellungnahme zur Langzeitpflege
Eine würdige Pflege in einer älteren Gesellschaft sicherzustellen, ist nicht nur eine politische Herausforderung, sondern auch eine ethische, ist der Deutsche Ethikrat überzeugt. Er plant zu dem Thema eine Stellungnahme.

Berlin (epd). Der Deutsche Ethikrat plant eine umfassende Stellungnahme zu den Herausforderungen in der Langzeitpflege. Das Thema beschäftige das Gremium bereits eine ganze Weile, sagte der Ethikrat-Vorsitzende Helmut Frister am Donnerstag in Berlin. Der Rat hatte für den Tag Sachverständige zu einer Anhörung zum Thema eingeladen. Auf der Grundlage der Experteneinschätzungen und der Diskussionen im Ethikrat soll dann die Stellungnahme entstehen.

Die Pflegewissenschaftlerin Annette Riedel sagte, es gehe um einen umfassenden Blick auf die Herausforderungen in der ambulanten und stationären Langzeitpflege. Die meisten Menschen würden mit dem Thema als Pflegende oder Gepflegte konfrontiert. „Pflege ist existenzrelevant“, sagte Riedel, die innerhalb des Ethikrats der zuständigen Arbeitsgruppe vorsitzt. Die Stellungnahme wird sich nach ihren Angaben unter anderem mit ethischen Standards und Ansprüchen auch vor dem Hintergrund des Mangels an finanziellen und personellen Ressourcen in der Pflege beschäftigen.

Jüngste Stellungnahme zwei Jahre alt

Die vorerst letzte umfassende Stellungnahme hatte der Ethikrat vor etwa zwei Jahren, im März 2024, zum Thema Klimagerechtigkeit vorgelegt. Im November 2024 begann die Amtszeit des Ethikrats in der aktuellen Zusammensetzung. Er hat bislang noch keine Stellungnahme veröffentlicht.

Dem Ethikrat gehören 25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen an. Er beschäftigt sich mit ethischen Aspekten von relevanten gesellschaftlichen, rechtlichen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Themen. Die Mitglieder werden von Bundestag und Bundesregierung für vier Jahre berufen.