Rachel besorgt über Entführungen von Christen in Nigeria

Rachel besorgt über Entführungen von Christen in Nigeria
Erneut sind in Nigeria zahlreiche Menschen aus Gottesdiensten entführt worden. Der Religionsfreiheitsbeauftragte Rachel mahnt besseren Schutz für Kirchen an.

Nairobi, Abuja (epd). Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel (CDU), hat sich besorgt über die Verschleppung zahlreicher Christen in Nigeria geäußert. Berichte über die Entführungen im Bundesstaat Kaduna erschütterten ihn zutiefst, erklärte Rachel am Mittwoch auf der Internetplattform X: „Meine Gedanken sind in der Hoffnung auf eine schnelle Befreiung bei den Opfern und ihren Familien.“

Laut Medienberichten wurden am Sonntag im Bundesstaat Kaduna mehr als 170 Menschen während des Gottesdienstes aus drei Kirchen entführt. Rachel schrieb, das genaue Ausmaß bleibe unbestätigt, doch klar sei: „Die Sicherheit für die Menschen muss verbessert und gerade auch Kirchen müssen geschützt werden.“

Polizei nennt keine Details

Die nigerianische Zeitung „Vanguard“ veröffentlichte am Mittwoch die Namen von 177 Entführten. Demnach wurden ganze Familien verschleppt.

Die nigerianische Polizei hatte den Vorfall am Dienstagabend bestätigt, nannte aber keine Details, auch nicht zu den Tätern. Frühere Äußerungen sollten den Vorfall nicht leugnen und seien vielfach missinterpretiert worden, hieß es in einer auf Facebook veröffentlichten Erklärung.

Massenentführungen im Norden

In Nigeria gibt es vermehrt Massenentführungen. Verantwortlich sind nicht nur radikalislamische Gruppen, sondern auch kriminelle Banden, die hohe Lösegeld-Summen erpressen wollen. Es vermischen sich ideologische und wirtschaftliche Motive. In Nord-Nigeria steckt häufig die islamistische Terrormiliz Boko Haram hinter den Verschleppungen. Ende vergangenen Jahres sind Hunderte Menschen entführt worden, unter anderem aus Schulen und Gotteshäusern. Der westafrikanische Staat ist mit mehr als 230 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land des Kontinents.

Die nun von den Entführungen betroffenen Gemeinden befinden sich in einem abgelegenen Waldgebiet. Laut „Vanguard“ beschuldigt der Vorsitzende des christlichen Verbandes in Nigeria, CAN, die Behörden, die Menschen nicht geschützt zu haben.