Potsdam (epd). Die Parkanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten stehen vor weiteren Schritten zur Anpassung an den Klimawandel. Insgesamt gehe es den Gärten trotz einer Atempause durch den weniger heißen und etwas regenreicheren Sommer 2025 „nach wie vor schlecht“, sagte Generaldirektor Christoph Martin Vogtherr dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Potsdam. Allein im Park Sanssouci seien fast 80 Prozent der Bäume geschädigt. Mithilfe von EU-Mitteln seien jedoch in verschiedenen Bereichen größere Investitionen möglich, um zukunftsfähige Bedingungen zu fördern.
„Wir sind im Moment gerade in der Phase, in der wir uns die Werkzeuge zur Anpassung an den Klimawandel schaffen“, sagte Vogtherr. So werde die erste lokale Baumschule, die vom Förderkreis der Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten finanziert wird, in diesem Jahr am Ruinenberg in Potsdam offiziell eröffnet.
In der rund einen Hektar großen Anlage sei bereits Saatgut von wenigen Mutterpflanzen vor allem aus Potsdamer Parkanlagen ausgebracht worden, insgesamt mehr als 50.000 Exemplare überwiegend von Hainbuchen, Trauben- und Stieleichen. Ziel sei, durch die gezielte Vermehrung einheimischer Gehölze eine möglichst große Widerstandsfähigkeit gegen Trockenheit, Hitze und andere klimatische Widrigkeiten zu erzielen.
Karge Böden
„Die in der Baumschule kultivierten Bäume und Sträucher werden speziell auf die kargen Böden der Potsdamer Anlagen trainiert“, sagte Vogtherr: „Das kann nur gelingen, indem man sie an ein und demselben Standort anzieht, kultiviert und verpflanzt.“ Die Anfälligkeit gegen Schädlinge und Krankheiten solle so verringert werden. Vor der Einrichtung der Baumschule am Ruinenberg hätten noch Kampfmittelverdachtsflächen untersucht und freigegeben werden müssen.
Im Park Babelsberg könne zudem ein neues Bewässerungssystem auf die gesamte Gartenanlage ausgeweitet werden, sagte Vogtherr: „Das sind riesige Investitionen.“ Auch die Wege in den Parkanlagen müssten so gestaltet werden, dass sie Extremwetter besser aushalten und nicht ständig repariert werden müssen.
Vogtherr betonte, die Parks seien neben dem Klimawandel auch durch Sachbeschädigungen gefährdet. „Wir haben ein kontinuierliches Vandalismusproblem“, sagte er. Dazu gehöre ein zum Teil extrem rücksichtsloses Verhalten von Besucherinnen und Besuchern, die mitunter Blumenrabatten und Uferkanten der Gewässer zerstören. Die Kosten durch Vandalismusschäden lägen jährlich im mittleren sechsstelligen Bereich. Dieses Geld fehle dann an anderer Stelle.


