Bonn (epd). Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) zieht Beschäftigte in New York ab und verlegt rund 300 Stellen nach Bonn. Etwa 100 Stellen würden in der spanischen Hauptstadt Madrid geschaffen, die bislang beim Hauptquartier in der US-Metropole angesiedelt waren, teilt das UN-Entwicklungsprogramm am Montagabend mit. New York bleibe aber die UNDP-Zentrale.
Der Umzug sei Teil eines kontinuierlichen Anpassungsprozesses an veränderte finanzielle und entwicklungspolitische Rahmenbedingungen, teilte das UNDP mit, ohne Details zu nennen. Zudem sollen Partnerschaften gestärkt werden. Präsident Donald Trump, der die USA seit einem Jahr regiert, stellt UN-Institutionen infrage, hat ihnen Geld gekürzt oder ganz gestrichen.
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) nannte das Entwicklungsprogramm ein „internationales Schwergewicht“. Die Standortentscheidung sei ein wichtiges politisches Signal für das Vertrauen in die deutsche Außenpolitik, gerade in Zeiten, in denen das UN-System und multilaterale Prinzipien unter Druck stehen, erklärte er.
Künftig mehr als 400 Stellen in Bonn
Den Angaben nach wird die Präsenz des UN-Entwicklungsprogramms in Bonn künftig mehr als 400 Stellen umfassen. Die ehemalige Bundeshauptstadt am Rhein sei bereits seit langem Sitz des UN-Freiwilligenprogramms, das zum UNDP gehört.
Das Entwicklungsprogramm ist in etwa 170 Ländern und Regionen tätig und beschäftigt nach eigenen Angaben etwa 22.000 Menschen, von denen die überwiegende Mehrheit, nämlich mehr als 19.000, in Länder- und Regionalbüros tätig ist. Weniger als sieben Prozent sind in New York stationiert, der verbleibende Teil an weiteren Standorten.


