Bonn (epd). Der Limburger Bischof Georg Bätzing will im Februar sein Amt als Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz abgeben. Das geht aus einem Schreiben Bätzings an seine Bischofskollegen hervor, das die Bischofskonferenz am Montag in Bonn veröffentlichte. Bei der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe in Würzburg vom 23. bis 26. Februar steht turnusmäßig die Wahl des Vorsitzenden an.
Vor sechs Jahren, mit damals 58 Jahren, war Bätzing zum Nachfolger des Münchner Erzbischofs Kardinal Reinhard Marx gewählt worden. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz ist eine Art Sprecher der deutschen Bischöfe. Er moderiert die Vollversammlung der Bischöfe, die zweimal im Jahr zusammentritt, und vertritt Positionen der Bischofskonferenz nach außen.
Nach nur einer Amtszeit stellt sich Bätzing nun nicht erneut zur Wahl. „Ich habe mich dazu nach Beratung und reiflicher Überlegung entschieden“, heißt es in dem Brief. Seit 2016 leitet Bätzing das Bistum Limburg, Bischof bleibt er weiterhin.
Richtungsstreit prägte Amtszeit
Geprägt war seine Amtszeit von einem Richtungsstreit innerhalb des deutschen Katholizismus für oder wider Reformen für eine Kirche, die Macht begrenzt, Frauen gleiche Rechte einräumt und offen für die Mitbestimmung von Laien ist.
Der 64-jährige Bätzing hatte sich im Richtungsstreit über Reformen auf die Seite der Reformer gestellt. Doch seine Amtszeit war nicht nur durch interne Scharmützel in der deutschen Bischofskonferenz geprägt, sondern auch durch Verständigungsschwierigkeiten mit dem Heiligen Stuhl. Mehrfach intervenierte der Vatikan etwa bezüglich eines neuen nationalen Beratungsgremiums, das noch in diesem Jahr seine Arbeit aufnehmen soll.
Bedauern in der Ökumene
Der Schritt löste in der Ökumene Bedauern aus. „Die Entscheidung von Bischof Bätzing, nicht erneut zur Wiederwahl anzutreten, bedaure ich persönlich“, erklärte die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs: „Uns verbindet eine lange, vertrauensvolle Zusammenarbeit, in der wir gemeinsam an unterschiedlichen Orten Verantwortung getragen und wichtige Fragen von Kirche und Gesellschaft im guten ökumenischen Miteinander beraten haben. Für diese Zusammenarbeit bin ich sehr dankbar.“
Irme Stetter-Karp, Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, hatte mit Bätzing im Co-Vorsitz der Synodalversammlungen und im Synodalen Ausschuss zusammengearbeitet. Auch sie reagierte mit Bedauern und Respekt auf dessen Rückzug: „Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz hat für die katholische Kirche in Deutschland in sechs Jahren Amtszeit viel geleistet.“ Bätzing zeichne eine integre, herzliche Persönlichkeit aus, fügte Stetter-Karp hinzu. Insbesondere auf dem Synodalen Weg sei er ein mit „Augenmaß agierender, zugleich zukunftsorientiert vorangehender Vorsitzender“.
Die Deutsche Bischofskonferenz ist ein Zusammenschluss der katholischen Bischöfe in Deutschland. Derzeit gehören ihr 59 Mitglieder aus den 27 deutschen (Erz-)Bistümern an.


