Letzte Ruhe in der Natur: Kloster Loccum plant Waldfriedhof

Letzte Ruhe in der Natur: Kloster Loccum plant Waldfriedhof
Das Kloster Loccum will zum Frühjahr 2027 einen Waldfriedhof in Betrieb nehmen - und damit dem Wunsch vieler Menschen nach naturnahen Bestattungen entsprechen.

Loccum (epd). Das Kloster Loccum bei Nienburg plant die Einrichtung eines Waldfriedhofs. Der Konvent des Klosters habe der Einrichtung einer Begräbnisstätte im klostereigenen Forst zugestimmt, wie der Prior des Klosters, Arend de Vries, am Montag mitteilte.

Das von dem Leitungsgremium des Klosters beschlossene Konzept sieht den Angaben zufolge vor, dass vom Frühjahr 2027 an ausgewählte Bäume im Klosterforst für jeweils zwölf Urnenbestattungen zur Verfügung gestellt werden. Laut Klosterförsterin Imke Beck ist das ausgewählte Areal „ein ruhiger, abgelegener und vielseitiger Waldbestand“.

Offen für alle Menschen - aber keine anonymen Bestattungen

Mit dem Waldfriedhof entspreche das Kloster als größter Waldeigentümer der Region den veränderten Erwartungen vieler Menschen an die Bestattungskultur und einem Trend zu naturnahen Beisetzungen, hieß es. An den für Bestattungen zugelassenen Bäumen sollen große Steine mit Plaketten auf die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen hinweisen.

Anonyme Beisetzungen seien nicht vorgesehen. Grundsätzlich soll der Waldfriedhof für Beisetzungen aller Menschen offenstehen, unabhängig vom Wohnort und von der Religions- oder Kirchenzugehörigkeit. Für Trauerfeiern werde ein Versammlungsplatz mit Sitzgelegenheiten errichtet, hieß es.

Rund 650 Hektar Waldbesitz

Das Kloster Loccum zwischen Weser und Steinhuder Meer wurde 1163 von Zisterzienser-Mönchen gegründet und wechselte um das Jahr 1600 zum evangelischen Glauben. Heute ist es ein geistliches Zentrum der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, der größten evangelischen Landeskirche in Deutschland. Zum Kloster gehört ein rund 650 Hektar großer Waldbestand.