Nairobi, Kampala (epd). Nach der Präsidentschaftswahl in Uganda gehen die Behörden gegen den prominentesten Oppositionskandidaten Bobi Wine vor. Nach der Stimmabgabe am Donnerstag habe das Militär sein Haus umstellt, um ihn unter Hausarrest zu stellen, erklärte Wine am Freitag auf der Internetplattform X und ergänzte: „Mein Haus ist noch belagert - niemand darf hinein oder hinaus.“ Lokale Medien bestätigten den Hausarrest.
In Uganda war die Bevölkerung am Donnerstag zu Präsidentschafts- und Parlamentswahlen aufgerufen. Das ostafrikanische Land wird seit 1986 von Yoweri Museveni regiert, der zunehmend autoritär gegen die Opposition vorgeht.
Schüsse mit scharfer Munition
Der Musiker Wine, der mit bürgerlichem Namen Robert Kyagulanyi heißt, schrieb zudem, dass bei einem Angriff auf einen Vertreter seiner Partei NUP zehn Unterstützer getötet worden seien. Weitere Details oder die genauen Umstände nannte Wine nicht.
Laut Berichten der Zeitung „Monitor“ schossen Sicherheitskräfte am Freitag mit scharfer Munition auf Demonstranten, die eine Straße gesperrt hatten. Zudem sei es zu einer Auseinandersetzung im Auszählungszentrum für die Parlamentswahlen gekommen.
Pannen und Verzögerungen
Die Wahl am Donnerstag begann vielerorts verspätet und war teils von technischen Pannen geprägt. Schon der Wahlkampf war von Einschüchterung und Repression überschattet. Die Ergebnisse werden am Samstag erwartet. Laut vorläufigen Ergebnissen führt Museveni mit mehr als 75 Prozent der Stimmen deutlich. Bobi Wine liegt mit knapp 21 Prozent auf dem zweiten Platz. Vor der Wahl hatte die Regierung den Zugang zum Internet eingeschränkt.


