Magdeburg gedenkt der Opfer von Krieg und Gewalt

Magdeburg gedenkt der Opfer von Krieg und Gewalt
Mit Gedenkveranstaltungen erinnert Magdeburg an die Zerstörung der Stadt am 16. Januar 1945. In einer Aktionswoche soll gegen Krieg und Gewalt demonstriert und für Weltoffenheit geworben werden.

Magdeburg (epd). Mit einem Schweigemarsch und einer Kranzniederlegung ist am Freitag auf dem Westfriedhof in Magdeburg der Opfer des alliierten Luftangriffs vom 16. Januar 1945 gedacht worden. Neben Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) und Kirchenvertretern nahmen zahlreiche Politikerinnen und Politiker sowie Bürgerinnen und Bürger teil. Zeitgleich begann vor dem Dom eine Mahnwache gegen Extremismus und Terrorismus.

Ein Bündnis aus Vereinen, Kirchen und privaten Initiativen nutzt den Gedenktag zum Auftakt für die Aktionswoche „Eine Stadt für alle“. In den nächsten Tagen sind Lesungen, Konzerte, Filmabende und Vorträge geplant. Es gehe darum, Gesicht zu zeigen gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

Glocken läuten um 19.02 Uhr

In Erinnerung an die Zerstörung Magdeburgs stand im Opernhaus traditionell die neunte Sinfonie Ludwig van Beethovens auf dem Programm. Um 21.28 Uhr, dem Zeitpunkt der Bombardierung vor 81 Jahren, sollten stadtweit die Glocken vieler Kirchen läuten.

Nach dem Bombenangriff auf den Rüstungsstandort Magdeburg kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges waren 90 Prozent der Innenstadt zerstört und annähernd 200.000 Menschen obdachlos. Mindestens 2.000 Menschen wurden getötet.