Brüssel (epd). Die Europäische Kommission hat eine Milliarde Euro an Ägypten ausgezahlt. Die Finanzhilfe ist Teil der im März 2024 unterzeichneten strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Ägypten, die unter anderem eine Eindämmung der Migration nach Europa vorsieht. Die Auszahlung ist die erste von drei geplanten Tranchen im Rahmen eines Programms über insgesamt vier Milliarden Euro, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit.
Das Migrationsabkommen orientiert sich an EU-Abkommen mit der Türkei sowie mit Tunesien und Mauretanien. Menschenrechtsorganisationen kritisieren, dass solche Vereinbarungen den Schutz von Geflüchteten nicht ausreichend garantieren. Doch in der Partnerschaft mit Ägypten geht es um mehr als Migrationsmanagement. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte 2024 insgesamt sechs Kooperationsfelder benannt, darunter eine engere politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit in der für die EU strategisch wichtigen Region.
Ägypter gehören zu den drei größten Gruppen bei unerlaubten Grenzübertritten
Europas Regierungen beobachten seit Langem mit Sorge die schwache Wirtschaft und die wachsende Instabilität in Ägypten. Konflikte in der Region, etwa der Krieg Israels gegen die Hamas im Gazastreifen und Angriffe der Huthi im Roten Meer, verschärfen die Lage. Die wirtschaftliche Notlage trieb in den vergangenen Jahren viele Menschen zur Auswanderung.
Neue Zahlen der EU-Grenzschutzagentur Frontex zeigen, dass Staatsangehörige aus Bangladesch, Ägypten und Afghanistan 2025 die drei am häufigsten festgestellten Gruppen bei unerlaubten Grenzübertritten in die EU waren. Viele Geflüchtete aus anderen Ländern, etwa aus dem Sudan, halten sich in Ägypten auf. Diese sollen daran gehindert werden, weiter nach Europa zu fliehen.


