Bundesregierung unterzeichnet Abkommen über Pflegekräfte mit Indien

Bundesregierung unterzeichnet Abkommen über Pflegekräfte mit Indien
Deutschland und Indien wollen in der Pflege verstärkt zusammenarbeiten. Pflegekräfte sollen bereits bei ihrer Ausbildung in Indien auf die Arbeit in Deutschland vorbereitet werden. Die Stiftung Patientenschutz warnt vor überzogenen Erwartungen.

Berlin (epd). Die Bundesregierung will Pflegekräfte aus Indien anwerben. Wie das Bundesgesundheitsministerium am Dienstag bekanntgab, wurde beim Besuch von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in Indien eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Sie sieht gemeinsame Standards für die Ausbildung von Pflegekräften vor. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) erklärte, so könnten bei der Anwerbung „langwierige und bürokratische Anerkennungsverfahren in Zukunft vermieden und gut ausgebildete Fachkräfte schneller in den deutschen Arbeitsmarkt integriert werden“.

Anstatt fertig ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger aus dem Ausland anzuwerben, will das Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben vermehrt auf Partnerschaften mit anderen Ländern bei der Ausbildung setzen. Herkunftsländer wie Indien könnten dabei auch von dem pflegerischen Fachwissen aus Deutschland bei der Langzeitpflege profitieren, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums.

Abbau bürokratischer Hürden gefordert

Die Ausbildung der Pflegekräfte in Indien soll Deutschunterricht bis zum B2-Niveau umfassen, ebenso Kurse, die auf das Arbeiten und Leben in Deutschland vorbereiten. Für die Auszubildenden sind die Kurse den Angaben zufolge kostenlos.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz dämpfte die Erwartungen an das Vorhaben. „Bislang floppten alle staatlichen Bemühungen, ausländische Pflegefachkräfte anzuwerben“, erklärte Vorstand Eugen Brysch. „Politisch geschürte Erwartungen und Millionen Euro an Steuermitteln stehen hier in krassem Missverhältnis zu den tatsächlichen Anwerbezahlen.“

Auch die Absichtserklärung für die Anwerbung indischen Pflegepersonals reiche nicht aus, betonte Brysch. „Viel wichtiger wäre es, die bürokratischen Hürden hierzulande abzubauen.“ Die allermeisten Arbeitssuchenden machten sich eigeninitiativ oder mithilfe von Unternehmen auf den Weg nach Deutschland.