Karlsruhe (epd). Die Bundesanwaltschaft hat zwei ukrainische Staatsbürger wegen Spionage für einen russischen Geheimdienst angeklagt. Die Männer sollen Anschläge mit Paketbomben vorbereitet haben, teilte die Behörde am Dienstag in Karlsruhe mit. Die Anklage wurde vor dem Oberlandesgericht Stuttgart erhoben.
Den Beschuldigten Daniil B. und Vladyslav T. wird vorgeworfen, im Auftrag Moskaus die Versandwege eines Paketdienstes ausgeforscht zu haben. Dafür sollen sie Ende März 2025 von Köln aus zwei Pakete mit GPS-Sendern in Richtung Ukraine verschickt haben. Später sollten Pakete mit Brandsätzen folgen, die auf dem Transportweg explodieren und erheblichen Schaden anrichten sollten. Ziel sei es gewesen, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu beeinträchtigen, hieß es weiter.
Dritter Verdächtiger nach Deutschland ausgeliefert
Die beiden Männer wurden im Mai 2025 festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Neben Agententätigkeit wird ihnen auch „Verabredung zur schweren Brandstiftung“ vorgeworfen. Ein dritter Verdächtiger wurde in der Schweiz gefasst und vor Weihnachten nach Deutschland ausgeliefert. Gegen ihn soll ebenfalls bald Anklage erhoben werden.


