Human Rights Watch: Massive Zunahme sexualisierter Gewalt im Ostkongo

Human Rights Watch: Massive Zunahme sexualisierter Gewalt im Ostkongo
Mit sexualisierter Gewalt als Kriegswaffe terrorisieren Konfliktparteien seit langem den Osten der Demokratischen Republik Kongo. Die Verbrechen nehmen laut Human Rights Watch zu, die Hilfen für Überlebende ab.

Frankfurt a.M., Kinshasa (epd). Inmitten der Kämpfe im Ostkongo nimmt die sexualisierte Gewalt laut Human Rights Watch massiv zu. Für die Überlebenden von Vergewaltigungen und anderen Verbrechen sei es zudem zunehmend schwer, die nötige Hilfe zu bekommen, erklärte die Menschenrechtsorganisation am Montag in Kinshasa. Dafür sei nicht nur der anhaltende Konflikt, sondern auch die schwindende finanzielle Unterstützung verantwortlich.

„Bewaffnete Gruppen und Militär setzen sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe im gesamten Ostkongo ein“, erklärte Ida Sawyer, Krisen- und Konfliktreferentin von Human Rights Watch. „Die Überlebenden dieser furchtbaren Verbrechen erleben dann ein Klima der Straffreiheit, das die Verantwortlichen schützt, und ein Gesundheitswesen, dem die nötigen Mittel zu ihrer Unterstützung entzogen wurden.“ Viele Gesundheitsstationen, bei denen die Frauen und Mädchen Zuflucht und Unterstützung fanden, mussten dem Bericht der Menschenrechtsorganisation zufolge schließen.

HIV-Infektionen und Schwangerschaften

Neben Recherche vor Ort und der Zusammenarbeit mit der kongolesischen Frauenrechtsorganisation Sofepadi führt Human Rights Watch Zahlen der Vereinten Nationen an: Demnach wurden zwischen Januar und September 2025 mehr als 80.000 Fälle von Vergewaltigung im Osten der Demokratischen Republik Kongo gemeldet. Das seien 32 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zugleich hätten die gravierenden Kürzungen der internationalen Hilfe aus den USA die Versorgung Tausender Überlebender unmöglich gemacht. Dies habe unter anderem zu vielen HIV-Übertragungen geführt. Zahlreiche Vergewaltigungsopfer seien schwanger geworden.

Die USA müssten ihre Unterstützung umgehend wieder aufnehmen, andere Geber ihre Hilfen aufstocken, forderte Human Rights Watch. Die kongolesische Regierung müsse sicherstellen, dass die Überlebenden rechtliche Hilfe bekommen und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.