Stromausfall: Besserer Schutz für behinderte Menschen gefordert

Stromausfall: Besserer Schutz für behinderte Menschen gefordert
An den mehrtägigen Berliner Stromausfall schließt sich die Aufarbeitung der Ausnahmesituation an. Der Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen will, dass eingeschränkte Personen in künftigen Krisen stärker mitgedacht werden.

Berlin (epd). Der Berliner Landesbeirat für Menschen mit Behinderungen fordert nach dem mehrtägigen Stromausfall verbindliche Krisen- und Notfallpläne für die vulnerable Gruppe. Kälte, Dunkelheit und der Wegfall der Kommunikationswege träfen Menschen mit Behinderungen in besonderer Weise, erklärte der Vorsitzende des Landesbeirats, Thomas Seerig, am Freitag in der Hauptstadt. Der Ausfall etwa von elektrischen Hilfsmitteln könne teilweise zu akuten und lebensbedrohlichen Gefährdungen führen.

Der Landesbeirat verlangt unter anderem eine barrierefreie Krisenkommunikation. Diese solle etwa in Leichter Sprache oder Gebärdensprache verfügbar sein. Pflege- und Assistenzdienste sollten besser auf längere Stromausfälle vorbereitet werden. Außerdem will der Landesbeirat, dass Behindertenvertretungen verbindlich an der Krisenvorsorge und dem Katastrophenschutz beteiligt werden.

Notstromversorgung für lebenswichtige Hilfsmittel

Auch eine sichere Notstromversorgung für Menschen, die auf teils lebenswichtige elektrische Hilfsmittel angewiesen sind, sei eine Lehre aus dem Stromausfall. Der „Tagesspiegel“ hatte etwa vom Fall eines 68-Jährigen mit Amyotropher Lateralsklerose berichtet, der zu Hause künstlich beatmet wurde. Aufgrund des Stromausfalls sei es beinahe zum Erstickungstod gekommen.

Nach einem Brandanschlag am Samstagmorgen waren rund 45.000 Haushalte im Südwesten der Stadt von der Stromversorgung abgeschnitten. Am Mittwoch konnte die Versorgung nach rund 100 Stunden wiederhergestellt werden. Der Generalbundesanwalt geht mutmaßlichen Bekennerschreiben einer linksextremen „Vulkangruppe“ nach.