Bonn (epd). Der Austritt der USA aus der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen ist laut dem Chef des UN-Klimasekretariats, Simon Stiell, ein „kolossales Eigentor“. Dies werde die USA weniger sicher und weniger wohlhabend machen, erklärte Stiell am Donnerstag und beklagte einen Rückzug von der globalen Führungsrolle, der Klima-Kooperation sowie der Wissenschaft.
Dies könne nur der US-Wirtschaft, Arbeitsplätzen sowie dem Lebensstandard schaden, sagte Stiell und verwies auf sich verschärfende Extremwetter wie Fluten, Stürme und Dürren. Die USA seien maßgeblich an der Ausarbeitung der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) sowie des Pariser Klimaabkommens beteiligt gewesen, „weil sie beide in ihrem nationalen Interesse liegen“, unterstrich der UN-Klimachef.
Türen bleiben offen
Die USA hatten am Mittwochabend (Ortszeit) den Rückzug aus insgesamt 66 internationalen Organisationen und Institutionen verkündet. Betroffen ist neben der Klimarahmenkonventionen auch der Weltklimarat, das weltweit führende Gremium zur wissenschaftlichen Erforschung der Erderwärmung. In der 1992 verabschiedeten Konvention verpflichtete sich die Staatengemeinschaft erstmals, gegen den Klimawandel vorzugehen. Das Sekretariat des UNFCCC hat seinen Sitz in Bonn. Vertreter der mehr als 190 Vertragsstaaten treffen sich jährlich zur UN-Klimakonferenz.
Stiell sagte, die Türen für einen künftigen Wiedereintritt der USA blieben offen. Unterdessen seien die wirtschaftlichen Möglichkeiten in den Bereichen der sauberen Energien, der Klimaresilienz und der Elektrotechnik zu groß für amerikanische Investoren und Unternehmen, um sie zu ignorieren.


