Wuppertal (epd). Die internationale Kirchengemeinschaft VEM sieht die Kirchen in Deutschland und Europa in einer geistlichen Krise. In vielen Teilen Afrikas und Asiens gebe es wachsende Kirchen, weil Glaube und Mission dort lebendig seien, sagte der Generalsekretär der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), Andar Parlindungan, in einem am Donnerstag in Wuppertal veröffentlichten Video. Hierzulande sei der Begriff Mission dagegen häufig belastet. Wo jedoch die Freude am Evangelium verloren gehe, verliere die Kirche ihre Lebenskraft.
Deshalb brauche es eine Rückkehr von Mission, fordert der indonesische Theologe - allerdings nicht in alter, überheblicher Gestalt, sondern als heilende, hörende und lernende Bewegung. Die Kirche in Europa sei heute mehr denn je auf Missionare und Mitarbeitende aus dem Globalen Süden angewiesen. „Stimmen aus Afrika, Asien, aus Black Communities und von People of Color bringen eine Spiritualität ein, die von Hoffnung, Vertrauen und gelebtem Glauben getragen ist“, erklärte Parlindungan. Ihre Präsenz bedeute keinen Rückfall in alte Abhängigkeiten, sondern sei ein ökumenischer Segen und ein sichtbares Zeichen gegenseitiger Sendung.
Nein zu Hass und Ausgrenzung
Er verstehe Mission nicht als koloniales Projekt, sondern als „Teilhabe an Gottes Neuschöpfung“, sagte Pfarrer Parlindungan in einer Auslegung der Jahreslosung für 2026 „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung, Kapitel 21, Vers 5). Daraus folge ein klares Nein der Kirche zu Hass, Ausgrenzung und allem, was Menschen entwürdigt. „Das Evangelium kann nicht schweigen, wo Menschen herabgesetzt werden“, betonte der Theologe.
Die VEM ist eine internationale Gemeinschaft von 38 Kirchen in Afrika, Asien und Deutschland sowie den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld. Sitz des Vereins ist Wuppertal.


