Bonn (epd). Viele Menschen mit Behinderung blicken mit Sorge und Unsicherheit auf 2026. Das zeigt eine bundesweite Online-Befragung der Aktion Mensch, an der 478 Menschen mit Beeinträchtigung ab 16 Jahren teilnahmen. Zwar hätten 61 Prozent von ihnen angegeben, mit ihrem derzeitigen Leben zufrieden zu sein. Doch nur 37 Prozent seien insgesamt optimistisch eingestellt, was das angebrochene Jahr betreffe, teilte die Organisation am Donnerstag in Bonn mit.
Die Mehrheit der Befragten blicke mit Sorge und Unsicherheit auf Themen wie Gesundheit, Pflege und soziale Sicherheit. „In der Gesamtheit verdeutlichen die Ergebnisse, wie sehr Menschen mit Beeinträchtigung auf verlässliche Gesundheits- und soziale Unterstützungssysteme angewiesen sind, und bestätigen einmal mehr den dringenden politischen Handlungsbedarf“, sagte die Sprecherin der Aktion Mensch, Christina Marx.
Persönliche Lebensumstände relevanter als im Vorjahr
Hätten Anfang 2025 noch Inflation, Armut und Migration für Unsicherheit gesorgt, bereiteten nun vor allem die direkten persönlichen Lebensumstände Sorgen. Am häufigsten nannten die Teilnehmenden die Themen Gesundheit und Pflege (40 Prozent), Inflation und steigende Lebenshaltungskosten (34 Prozent) sowie Armut und soziale Ungleichheit (33 Prozent), teilte die Organisation mit. Diese Entwicklung sei mit aktuellen Debatten um steigende Krankenkassenbeiträge, die Finanzierung der Pflegeversicherung und Kürzungen von Sozialleistungen in Zusammenhang zu bringen.
Außerdem fühlen sich laut Aktion Mensch 77 Prozent der Befragten nicht ausreichend politisch vertreten. Für 2026 forderten sie, soziale Sicherungssysteme zu erhalten oder auszubauen, mehr bedarfsgerechte Wohnungen zu schaffen und für bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu sorgen. Die Befragung erfolgte unter Mitgliedern der sogenannten Teilhabe-Community - dem einzigen Umfrage-Panel in Deutschland, dem ausschließlich Menschen mit Beeinträchtigungen angehören.


