Mehr als 5.500 Bundeswehrbesuche an Schulen

Mehr als 5.500 Bundeswehrbesuche an Schulen
Die Zahl der Schulauftritte von Bundeswehrangehörigen ist auf einem hohen Niveau. Besuche finden nach Zahlen des Verteidigungsministeriums in etwa genauso häufig vor jüngeren Jahrgängen statt wie in der Oberstufe.

Berlin (epd). Die Bundeswehr hat im vergangenen Jahr mehr als 5.500 Besuche an Schulen absolviert. Das waren etwas weniger als im Jahr zuvor, wie aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervorgeht, die dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. 2024 waren Angehörige der Truppe 6.137-mal in Schulen zu Gast, im vergangenen Jahr 5.529-mal. Über die Zahlen hatte am Donnerstag zuerst der „Spiegel“ berichtet.

Im Vergleich zu 2021, als 2.558 solcher Besuche gezählt wurden, hat sich die Zahl der Besuche im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt. 2021 gab es allerdings noch Einschränkungen durch die Corona-Pandemie. Seit 2022 wurden jeweils mehr als 5.000 Besuche pro Jahr gezählt.

Die meisten Bundeswehrbesuche in Schulen gab es im vergangenen Jahr in Bayern (1.082), Niedersachsen (776) und Nordrhein-Westfalen (767). Die wenigsten Auftritte gab es im Saarland (22) und in Bremen (28).

Viele Besuche in jüngeren Klassen

Für 2025 findet sich in der Antwort des Ministeriums auch eine Differenzierung nach Schultyp. Danach zeigt sich, dass die Bundeswehr etwa gleich häufig vor Schülerinnen und Schülern der unteren Klassen auftritt wie vor Jahrgängen der Sekundarstufe II, vor jüngeren sogar leicht mehr. In Berufsschulen ist sie deutlich seltener zu Gast. Besuche an Hochschulen sind noch seltener.

Die Linken-Abgeordnete Nicole Gohlke sieht die Zahl der Besuche vor dem Hintergrund der Bemühungen um mehr Personal für die Bundeswehr kritisch. „Minderjährige werden aggressiv von der Bundeswehr umworben, dabei bräuchte es statt Druck in Richtung Uniform und Kriegslogik endlich massive Investitionen in gute Schulen, soziale Sicherheit und eine Politik, die Jugendlichen echte Zukunftschancen statt Kasernenhöfe bietet“, sagte sie. Die Abgeordnete sprach von einer „Militarisierung der Bildung“, die gestoppt werden müsse.