Potsdam (epd). Nach einem Brandanschlag und einer Morddrohung hat Brandenburgs Antisemitismusbeauftragter Andreas Büttner Sicherheitsvorkehrungen verschärft. An seinem Wohnhaus in Templin gebe es nun zunächst einen objektbezogenen 24-Stunden-Schutz, sagte der Linken-Politiker der „Berliner Morgenpost“ (Mittwoch). Weitere Maßnahmen seien „in der aktiven Planung“. Insgesamt fühle er sich gut geschützt durch die Landesregierung und den Landtag.
In der Nacht zu Sonntag waren auf Büttners Grundstück ein Brandanschlag verübt und am Wohnhaus ein rotes Hamas-Dreieck angebracht worden. Am Montag ging eine Morddrohung gegen ihn im Landtag ein, die ebenfalls ein Hamas-Dreieck enthielt. Damit markiert die islamistische Terrororganisation Ziele.
Keine Reaktion von Muslimen
Anschlag und Morddrohung lösten eine Welle der Solidarität mit dem Antisemitismusbeauftragten aus. Büttner sagte, von muslimischer Seite habe er jedoch bislang keine Reaktion bekommen. Er erhalte seit dem Tag seiner Amtsübernahme im Juni 2024 Drohungen. Darunter seien auch Morddrohungen, die bisher „eigentlich immer über die sozialen Netzwerke“ gekommen seien. „Beleidigungen und Bedrohungen begegnen mir jeden Tag“, sagte er.
Aus seiner Partei, der Linken, sei ihm mehrfach Solidarität versichert worden, darunter vom brandenburgischen Landesverband, sagte Büttner. Es müsse jedoch auch deutlich gesagt werden, „dass es ein antisemitisches Problem in der Partei gibt“. Bisher habe er dennoch nicht vor auszutreten, vor allem wegen sozialer Themen. Von der Linken trennten ihn jedoch „quasi alle außenpolitischen Fragen“.


