Zusammenstöße bei Protesten in Bolivien

Zusammenstöße bei Protesten in Bolivien
In Bolivien protestieren die Gewerkschaften gegen die Abschaffung der Treibstoffsubventionen. In der Verwaltungshauptstadt La Paz kam es zu Auseinandersetzungen.

Berlin, La Paz (epd). In Boliviens Verwaltungshauptstadt La Paz ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen der Polizei und Demonstrierenden gekommen. Der Dachverband der bolivianischen Gewerkschaften COB hatte zu Protesten gegen die von Präsident Rodrigo Paz beschlossene Abschaffung der Treibstoffsubventionen aufgerufen. Laut der Tageszeitung „La Razón“ versuchten Demonstrierende, mit Dynamitstangen eine Polizeiblockade zu durchbrechen, um zum Parlament und Präsidentenpalast zu gelangen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Wasserwerfer ein.

Präsident Paz wies die Forderungen der Gewerkschaften zurück und warf deren Führung vor, eigene Privilegien verteidigen zu wollen. Laut „La Razón“ erklärte er gegenüber der Presse, frühere Regierungen hätten das Land ausgeplündert, weshalb eine Fortführung der Subventionen nicht mehr finanzierbar sei.

Gewerkschaft bricht Gespräche ab

Der Gewerkschaftsbund kündigte den Abbruch der Gespräche mit der Regierung an und stellte landesweite Straßenblockaden in Aussicht. Generalsekretär Mario Argollo warf der Regierung laut „La Razón“ vor, sie plane, das Land an ausländische Unternehmen zu verkaufen.

Die seit November 2025 amtierende christdemokratische Regierung unter Paz hatte kurz vor Weihnachten überraschend die Aufhebung der bisherigen Treibstoffsubventionen angekündigt. In der Folge stiegen die Preise an den Tankstellen teilweise auf das Dreifache. Als Ausgleich erhöhte die Regierung den Mindestlohn von umgerechnet 340 auf 410 Euro. Bolivien steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Zur Abwendung einer Staatspleite setzt Präsident Paz auf gezielte Subventionen und eine stärkere Öffnung der Wirtschaft.