Berlin (epd). Zwei Tage nach dem Stromausfall im Berliner Südwesten sind 64 von 74 Pflegeheimen im betroffenen Gebiet wieder mit Strom versorgt. Die restlichen zehn sollten noch im Laufe des Tages folgen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am Montag in der Hauptstadt. Der Pflegebereich funktioniert laut Wegner. Er sei nicht an den Rand seiner Kapazitäten gekommen.
Aufgrund der vielen Menschen höheren Alters in den betroffenen Stadtteilen sprach Innensenatorin Iris Spranger (SPD) von einem „menschenverachtenden Anschlag“. Es könne nicht „lediglich von Linksextremismus“ gesprochen werden, es stehe ihr zufolge „Linksterrorismus im Raum“. Spranger sagte, es sei wichtig, dass der Generalbundesanwalt die Übernahme des Verfahrens prüfe. Sie werde darüber mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) beraten.
„Unglaubliche Hilfsbereitschaft“
Wegner bedankte sich „vor allem bei den Hilfsorganisationen“. Ehrenamtliche müssten über mehrere Tage hinweg mit der Notlage umgehen. Aus der Berliner Zivilgesellschaft komme eine „unglaubliche Hilfsbereitschaft“.
Im Berliner Südwesten gibt es seit Samstagmorgen einen großflächigen Stromausfall, ausgelöst durch einen Brandanschlag. Dazu hat sich die linksextreme „Vulkangruppe“ bekannt, die Sicherheitsbehörden stufen das Bekennerschreiben als authentisch ein. Rund 14.000 Haushalte wurden mittlerweile wieder an das Netz angeschlossen, 30.000 Haushalte in weiten Teilen von Nikolassee, Wannsee, Zehlendorf und Lichterfelde bleiben voraussichtlich noch bis Donnerstag ohne Strom.

