Röwekamp: Vorfälle bei Fallschirmjägern schaden Bundeswehr

Röwekamp: Vorfälle bei Fallschirmjägern schaden Bundeswehr
Die rechtsextremistischen und sexistischen Vorfälle bei den Zweibrückener Fallschirmjägern brächten die Bundeswehr insgesamt in Verruf, kritisiert Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im Bundestag.

Köln (epd). Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), dringt auf eine Aufarbeitung der rechtsextremistischen und sexistischen Vorfälle bei den Fallschirmjägern im westpfälzischen Zweibrücken. „Die Vorfälle sind erschreckend, inakzeptabel und schaden dem Ansehen der Bundeswehr insgesamt“, sagte Röwekamp am Samstag im Deutschlandfunk. Sie seien aber nicht repräsentativ.

Man könne zugleich „nicht nur von Einzelfällen reden. Es gab auch ein systemisches Versagen“, sagte Röwekamp. Straf- und dienstrechtliche Konsequenzen würden gezogen. Seit Monaten wird einer Heeres-Sprecherin zufolge gegen 55 Angehörige des Fallschirmjägerregiments 26 in der Zweibrückener Niederauerbach-Kaserne wegen mutmaßlicher Fälle von Rechtsextremismus, sexualisierten Übergriffen und Drogenmissbrauch ermittelt. 3 Soldaten seien bereits entlassen worden, gegen 19 andere sei die Entlassung eingeleitet worden.

Bessere innere Führung der Bundeswehr gefordert

Röwekamp forderte eine bessere innere Führung der Bundeswehr, die entsprechende Fälle rechtzeitig erkenne und Maßnahmen ergreife. Soldatinnen und Soldaten bräuchten Ansprechpartner, wenn sie Opfer von Straftaten werden. Die Zweibrückener Vorfälle zeichneten „ein völlig falsches Bild über unsere Bundeswehr“, sagte Röwekamp. Mehr als 180.000 Zeit- und Berufssoldaten setzen sich für Frieden, Freiheit und Demokratie ein. Zukünftig werde viel Wert auf Präventionsarbeit gelegt.

Auslöser der Ermittlungen waren der Bundeswehr zufolge Eingaben von Soldatinnen des Fallschirmjägerregiments an den Wehrbeauftragten des Bundestages. Demnach hatte es dort Hitlergrüße, eine Nazi-Party und eine rechtsextreme und antisemitische Clique gegeben. Frauen seien mit sexuellem Fehlverhalten wie Exhibitionismus und sexistischer Sprache konfrontiert worden.