Osnabrück (epd). Die Entscheidung über den Standort für die von Israel geplante deutsche Außenstelle von Yad Vashem ist nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden der Holocaust-Gedenkstätte, Dani Dayan, noch nicht gefallen. Im Gespräch seien neben Sachsen auch Nordrhein-Westfalen und Bayern, sagte Dayan der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag).
„Unabhängig vom Standort streben wir eine bundesweite Ausstrahlung an“, führte Dayan aus. Die Herausforderung werde sein, die breite Bevölkerung zu erreichen, auch jüngere Menschen. „Deshalb eröffnen wir auch kein Museum, sondern ein Bildungszentrum, ein 'Educational Center'. 2027 könnte ein realistischer Zeitpunkt zur Eröffnung sein.“
„Besondere Verantwortung“
„Wenn wir in das Land der Täter gehen, hat das eine besondere Bedeutung“, erklärte Dayan. „Es ist egal, wo die Eltern der Menschen im Zweiten Weltkrieg gelebt haben, es ist auch egal, was sie gemacht haben oder welche Religion sie haben: Wer immer heute in Deutschland lebt, hat eine besondere Verantwortung.“
Das geplante Bildungszentrum wäre der erste Ableger der Jerusalemer Gedenkstätte außerhalb Israels. Die Idee zur Errichtung in Deutschland war in der Regierungszeit von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) entstanden, bei einem Treffen von Scholz mit Dayan 2023.

