Berlin (epd). Erneut ist ein Kältebus der Berliner Stadtmission zur Versorgung obdachloser Menschen angezündet worden. Ein 43-jähriger Tatverdächtiger sei am Donnerstagnachmittag von zwei Sicherheitsdienstmitarbeitern festgenommen worden, teilte die Polizei am Freitag mit. Diese hätten auch den Brand an dem bereits stark beschädigten Fahrzeug auf dem Parkplatz an der Lehrter Straße gelöscht.
Der betrunkene Tatverdächtige sollte am Freitag einem Haftrichter zur Prüfung eines Haftbefehls vorgeführt werden. Ob ein Zusammenhang mit der mutmaßlichen Brandstiftung an einem Kältebus am vergangenen Wochenende besteht, werde noch geprüft, hieß es.
Erste Brandstiftung vor einer Woche
Laut Berliner Stadtmission ist damit auch der letzte von drei Kältebussen der Stadtmission durch Brandstiftung fahruntauglich. Bereits in der Nacht vom 27. zum 28. Dezember war ein Fahrzeug vom Typ VW Crafter vollständig ausgebrannt. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Ein Zeuge hatte demnach eine Person an den geparkten Fahrzeugen bemerkt. Durch das Feuer wurde ein weiterer Kältebus leicht beschädigt.
Kältebusse spendenfinanziert
Nach der ersten mutmaßlichen Brandstiftung bekam die Stadtmission viel Unterstützung aus der Bevölkerung. Autovermietungen hätten Ersatzfahrzeuge angeboten, es habe viele Zuschriften und Hilfsangebote gegeben, hieß es. Eine Privatperson habe kurzfristig ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Zudem seien Spenden für einen neuen Kältebus eingegangen.
Die von 60 Ehrenamtlichen und zwei Festangestellten betriebenen drei Kältebusse versorgen normalerweise im Winterhalbjahr obdachlose Menschen auf der Straße mit Schlafsäcken, heißem Tee und Suppe. Auf Wunsch werden sie auch in Notunterkünfte gebracht. Im vergangenen Winter seien so 2.100 Menschen versorgt worden, hieß es. Die Busse würden komplett aus Spenden finanziert.

