Berlin (epd). Die Diakonie Katastrophenhilfe fordert ein Umdenken der Bundesregierung bei der humanitären Hilfe. Die massiven Kürzungen müssten zurückgenommen werden, angesichts der weltweiten Konflikte sei mehr humanitäres Engagement Deutschlands erforderlich, erklärte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Dagmar Pruin, am Donnerstag in Berlin. „Wer humanitäre Hilfe finanziell schwächt und humanitäre Herausforderungen ignoriert, erhöht die Gefahr neuer Krisen in der Welt“, mahnte sie.
Für die humanitären Krisen in der Welt müssen 2026 endlich mit Nachdruck tragfähige Lösungen gefunden werden, sagte Pruin. So müsse Deutschland gemeinsam mit anderen Ländern stärkeren diplomatischen Druck auf die Kriegsparteien im Sudan und die sie unterstützenden Länder ausüben. „Völkerrechtsverbrechen wie in Al-Faschir dürfen sich nicht wiederholen“, forderte Pruin. Auch fast drei Monate nach der Eroberung der Stadt in der sudanesischen Provinz Darfur sei wenig darüber bekannt, wie viele Menschen dort getötet wurden.
Rund 60 bewaffnete Konflikte weltweit
Pruin warnte davor, den chronischen Mangel an internationalen Hilfsgeldern zu akzeptieren: Laut UN-Plan solle im neuen Jahr 65 Millionen Menschen weniger geholfen werden 2025. Die Zahl der bewaffneten Konflikte sei mit rund 60 hingegen auf dem höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. „Der Hilfsplan der Vereinten Nationen ist ein Eingeständnis zunehmender Hilflosigkeit“, kritisierte die Präsidentin des Hilfswerks.