Karlsruhe, Mainz (epd). Appelle für Gerechtigkeit, Aufrufe für Klimaschutz: Mit Gottesdiensten haben die beiden kirchlichen Hilfswerke Adveniat und „Brot für die Welt“ am Sonntag zum Beginn der Adventszeit ihre diesjährigen Spendenaktionen gestartet.
Die Aktion von „Brot für die Welt“ wurde bei einem Festgottesdienst in Karlsruhe eröffnet. „Gott ruft die Menschen dazu auf, die von ihm gewollte Gerechtigkeit mit Leben zu füllen“, sagte die Präsidentin des evangelischen Hilfswerks, Pfarrerin Dagmar Pruin. Diese Gerechtigkeit verwirkliche sich in den Beziehungen zwischen Gott und Menschen und zwischen Mensch und Mensch.
Gottesdienst von ARD übertragen
Die 67. Spendenaktion von „Brot für die Welt“ steht unter dem Motto „Kraft zum Leben schöpfen“ und thematisiert die weltweite Wasser- und Klimakrise. Der Gottesdienst in der Stadtkirche Durlach wurde live in der ARD übertragen.
Die evangelische badische Landesbischöfin Heike Springhart sagte im Gottesdienst, sie baue in diesem Advent darauf, dass Gottes lebendige Gerechtigkeit an die tiefsten Punkte kommt. Die Gerechtigkeit müsse dorthin kommen, wo die Kinder Durst haben. Dorthin, wo Land geraubt, Zukunft verbaut, Gerechtigkeit verweigert werde, betonte Springhart.
Reverend James Bhagwan, Generalsekretär der Pazifischen Konferenz der Kirchen, rief unter anderem dazu auf, CO2-Emissionen zu vermeiden und Schulden zu erlassen.
Amazonas-Region im Fokus
Die Spendenaktion des katholischen Hilfswerks Adveniat rückt vor dem Hintergrund der Klimakrise den Schutz der Amazonas-Region als „Lunge der Erde“ in den Mittelpunkt. Sie wurde ebenfalls am Sonntag im Dom zu Mainz eröffnet. Bischof Peter Kohlgraf sagte in seiner Predigt, er habe den Eindruck, dass die Menschheit immer wieder auf eine globale Snooze-Taste drücke, so wie bei einem Wecker, um weiter schlafen zu können.
„Es ist Zeit, vom Schlaf aufzustehen“, forderte Kohlgraf. Die christliche Botschaft mahne zu „Maßhalten, Gerechtigkeit, Solidarität, Nächstenliebe und zum Einsatz für Menschen am Rande sowie für unser gemeinsames Haus“.
Adveniat-Hauptgeschäftsführer Martin Maier kritisierte die Abholzung des Regenwalds am Amazonas. Dies sowie die Rohstoffausbeutung und Erdölförderung zerstörten die Lebensgrundlagen für die vielfältige Pflanzen- und Tierwelt und für die dort lebenden indigenen Völker, sagte Maier.
Kollekte an Heiligabend für Hilfswerke
Das Motto der Adveniat-Weihnachtsaktion lautet in diesem Jahr „Rettet unsere Welt - Zukunft Amazonas“. In allen katholischen Kirchen Deutschlands ist die Kollekte der Weihnachtsgottesdienste am 24. und 25. Dezember für Adveniat bestimmt.
Bei „Brot für die Welt“ kommen die Spenden Projekten von Partnerorganisationen zugute. Dazu zählt in diesem Jahr der Fidschianische Rat für soziale Dienste, der sich für arme und benachteiligte Menschen in dem pazifischen Inselstaat einsetzt. Er unterstützt unter anderem eine Dorfgemeinschaft bei der Umsiedlung auf höher gelegenes Land mit sturmsicheren Häusern, Regenwassertanks und Sanitäranlagen. In den evangelischen Kirchengemeinden sind die Kollekten an Heiligabend traditionell für „Brot für die Welt“ bestimmt.




