Mexiko-Stadt, Managua (epd). Mehrere politische Gefangene sind in Nicaragua laut Medienberichten aus der Haft entlassen worden. Die Oppositionellen seien nun unter Hausarrest und müssten sich regelmäßig bei der für sie zuständigen Polizeidienststelle melden, berichtete „El Confidencial“ am Samstag (Ortszeit). Die Nachrichtenplattform konnte die Namen von elf aus der Haft entlassenen Personen bestätigen. Andere lokale Medien wie „100% Noticias“ schätzen die Zahl der Freigelassenen auf 40 bis 50. Die autoritäre Regierung von Daniel Ortega und Rosario Murillo hat bislang keine Liste veröffentlicht.
Unter den entlassenen Gefangenen befinden sich den Berichten zufolge mehrere ältere Personen mit chronischen Krankheiten, darunter die ehemaligen Mitarbeiterinnen der Diözese Matagalpa, Carmen Sáenz und Lesbia Gutiérrez. Die beiden Frauen wurden im Zuge der staatlichen Verfolgung der Arbeit der katholischen Kirche im August 2024 inhaftiert. Sie hatten während ihrer Zeit im Gefängnis keinerlei Kontakt zu Familien oder Anwälten.
Grundrechte massiv eingeschränkt
Auch vier indigene Waldschützer wurden freigelassen, die beschuldigt worden waren, im Jahr 2021 ein Massaker in der Gemeinde Kiwakumbai begangen zu haben. Laut Aussagen der Dorfbewohner waren allerdings Siedler die Täter.
Der frühere sandinistische Revolutionär Ortega regiert Nicaragua seit 2007. Seit der brutalen Niederschlagung einer breiten Protestbewegung 2018 haben er und seine Frau Rosario Murillo, die an seiner Seite regiert, die Grundrechte massiv eingeschränkt. Sie verfolgen Oppositionelle, schließen Organisationen der Zivilgesellschaft und gehen auch gegen die Kirche vor. Gemäß dem zivilgesellschaftlichen „Mechanismus zur Anerkennung politischer Gefangener“ saßen Ende Oktober insgesamt 77 Oppositionelle in nicaraguanischen Gefängnissen.




