Lüneburg (epd). Mit einem Festakt ist am Sonntag die erweiterte „Euthanasie“-Gedenkstätte in Lüneburg neu eröffnet worden. Im Dokumentationszentrum informiert fortan eine neue Dauerausstellung über die Morde an rund 2.000 Kranken, die dort in der NS-Zeit verübt wurden, wie die Gedenkstätte am Sonntag mitteilte. An dem Festakt nahmen unter anderem mehr als 50 Angehörige von „Euthanasie“-Opfern aus dem In- und Ausland teil.
„Nie wieder darf Menschenleben als 'unwert' gelten“, erklärte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) laut Mitteilung seiner Behörde. Die neue Ausstellung vermittle, „warum es niemals auch nur gedanklich eine Aberkennung der Menschenwürde geben darf.“ Sie zeige, „wie sich perfide Ideen gezielt gegen die Schwächsten richteten - gegen erkrankte und behinderte Frauen, Männer und Kinder“.
Der Aufbau des Dokumentationszentrums wurde jeweils zur Hälfte von Bund und Land finanziert. Der Gedenkort auf dem Parkgelände der Psychiatrischen Klinik Lüneburg wurde seit 2022 für rund 1,5 Millionen Euro grundlegend umgestaltet. Die neue Dauerausstellung beleuchtet das Denken, das die Morde vorbereitete, das Handeln der Täter und die Lebensgeschichten der Opfer.