Berlin, Bonn (epd). Der langjährige Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Thomas Krüger, geht mit Ablauf des Monats in den Ruhestand. Der heute 66-Jährige stand 25 Jahre lang an der Spitze der Einrichtung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) dankte Krüger am Freitag für dessen „unermüdlichen Einsatz für die politische Bildung und damit letztendlich für die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie“.
Am 5. September wird Krüger in Berlin im Rahmen einer Konferenz in der Akademie der Künste verabschiedet. Wer ihm als Chef der Bundeszentrale für politische Bildung nachfolgt, ist bislang nicht bekannt. Zunächst übernimmt die Leiterin der Abteilung Förderung in der Bundeszentrale, Cemile Giousouf, seine „Vertretung“, wie es auf der Internetseite der bpb heißt.
Dobrindt erklärte, mit Krüger an der Spitze habe die bpb den digitalen Wandel erfolgreich bestritten: „In einer Zeit, in der die Polarisierung der Gesellschaft zunimmt, ist die Arbeit der Bundeszentrale für politische Bildung wichtiger denn je.“ Die 1952 gegründete Bundeszentrale ist eine nachgeordnete Behörde des Innenministeriums.
Mit dem 1959 geborenen Thomas Krüger bestimmte eine ungewöhnliche Persönlichkeit ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke der Behörde. Der gelernte Facharbeiter für Plast- und Elastverarbeitung und studierte Theologe, Berliner Jugendsenator und SPD-Bundestagsabgeordnete sorgte als bpb-Präsident ab dem Jahr 2000 für neue Impulse in der politischen Bildung. So informiert etwa der Wahl-O-Mat seit 2002 regelmäßig vor Wahlen über die Programme der Parteien. In diesem Jahr wurde der Wahl-O-Mat den Angaben zufolge zur Bundestagswahl rund 26 Millionen Mal aufgerufen.
Um neue Zielgruppen zu erschließen, hat die Bundeszentrale in den vergangenen Jahren verstärkt Online-Angebote entwickelt und ihre Präsenz auf Social-Media ausgebaut. Daneben veranstaltet sie Seminare, Festivals, Ausstellungen, Studienreisen und Weiterbildungen. Zudem veröffentlicht sie Sachbücher sowie mehrere Zeitschriften. Im Mittelpunkt der Aufgabe steht nach eigenen Angaben „die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation“.