Berlin (epd). Beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) mit seinem internationalen Suchdienst sind im vergangenen Jahr knapp 2.400 Anfragen nach vermissten Angehörigen eingegangen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren es noch einmal fast 1.000, wie die Hilfsorganisation am Donnerstag in Berlin mitteilte. Hauptherkunftsländer der Suchenden seien Afghanistan, die Ukraine, Syrien, Irak und Somalia gewesen, hieß es.
Zu den Aufgaben des Suchdienstes gehören auch weiterhin Nachforschungen zu Vermissten des Zweiten Weltkriegs, die zahlenmäßig noch stärker ins Gewicht fallen als die internationalen Suchanfragen: Die Zahl der Anfragen zu Weltkriegs-Vermissten betrug 2024 gut 7.100. In der ersten Hälfte dieses Jahres hätten bereits knapp 4.200 Menschen nach dem Schicksal von Weltkriegsvermissten gefragt.
„In rund 43 Prozent der Fälle konnte der DRK-Suchdienst schicksalsklärende Auskünfte erteilen“, erklärte die Organisation. DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt kommentierte die Zahlen mit den Worten: „Wir sehen auch 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs ein großes Interesse von Angehörigen, die Schicksale ihrer Kriegsvermissten zu klären.“
Die aktuellen Zahlen gab das DRK zum Internationalen Tag des Vermissten am Samstag bekannt. Das Bundesinnenministerium fördere seit mehr als 70 Jahren den Suchdienst. Er kann nach eigener Darstellung auf das internationale Suchdienst-Netzwerk der Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zugreifen und Daten der 191 Nationalen Gesellschaften sowie den Zentralen Suchdienst des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz nutzen, um Familienmitglieder wieder miteinander in Kontakt zu bringen. Weltweit könne so alle 30 Minuten das Schicksal einer vermissten Person geklärt werden.