Düsseldorf (epd). Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will die geplanten Atommüll-Transporte vom Jülich nach Ahaus auf rechtlichem Wege stoppen. Der nordrhein-westfälische BUND-Landesverband teilte am Mittwoch in Düsseldorf mit, er habe beim Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) Widerspruch gegen die am Montag erteilte Transportgenehmigung für 152 Castor-Behälter eingelegt. Außerdem beantragte die Umweltorganisation nach eigenen Angaben, den sofortigen Vollzug der Beförderungsgenehmigung auszusetzen.
„Von den überflüssigen Transporten geht ein erhebliches Risiko für Mensch und Umwelt aus“, erklärte die stellvertretende BUND-Landesvorsitzende Kerstin Ciesla. Sie bezeichnete es als „skandalös“, dass das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung durch die Anordnung der sofortigen Vollziehung der Genehmigung offenbar eine sorgfältige Prüfung der Rechtmäßigkeit der Transporte verhindern wolle.
Laut Bundesamt sollen 152 Behälter mit rund 300.000 Brennelement-Kugeln aus Jülich und zehn weiteren Brennelementen aus Garching nach Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden. Im dortigen Zwischenlager sollen sie aufbewahrt werden, bis ein Endlager zur Verfügung steht. Die Beförderungsgenehmigungen sind bis Mitte 2027 gültig und unter Sofortvollzug gestellt worden. Die genauen Termine würden in Absprache mit Polizei und Aufsichtsbehörden festgelegt, hieß es. Nach Angaben des BUND enthalten die Kugeln angereichertes Uran und Plutonium.
Bereits in den vergangenen Tagen hatte es zahlreiche Proteste und Kritik an den geplanten Transporten gegeben. Anti-Atomkraft-Organisationen wiesen darauf hin, dass auch für das Zwischenlager in Ahaus die Genehmigung 2036 ablaufe, und forderten, die Frage der Endlagerung zu klären. Der BUND plädierte für den Bau eines sicheren Zwischenlagers in Jülich.