Misereor: Kondome bleiben im Kampf gegen Aids umstritten

Misereor: Kondome bleiben im Kampf gegen Aids umstritten
Ob Kondome in Afrika zum Schutz vor Aids benutzt werden dürfen, bleibt in der katholischen Kirche umstritten."Die Kondomfrage ist in der Tat ein Dauerbrenner", sagte Pirmin Spiegel, Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, dem Frankfurter Magazin "Welt-Sichten" (Novemberausgabe).

Das Verteilen von Kondomen in Afrika könne aber ohnehin nur eines von vielen Instrumenten im Kampf gegen Aids sein. Misereor verfolge einen "ganzheitlichen Ansatz".

  "Aids ist Folge von Armut und verstärkt Armut", erklärte Spiegel. Deshalb kämpfe Misereor gegen die Stigmatisierung infolge der Immunschwäche. Infizierte sollten die Chance bekommen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Nur so sei ein selbstbestimmtes Leben möglich. In Afrika leben zwei Drittel der weltweit 34 Millionen Aids-Infizierten.

Partner von Misereor in Simbabwes Hauptstadt Harare verteilten aber auch Kondome, wenn Kranke danach fragten, sagte der 55-jährige Pfarrer. "Mir ist in dieser Frage ein ehrlicher und transparenter Austausch wichtig", fügte er hinzu. Kirchliche Organisationen betreuen nach seinen Worten in Afrika etwa ein Viertel der Aids-Infizierten.

Die katholische Kirche lehnt die Verwendung von Kondomen im Kampf gegen Aids offiziell ab. Papst Benedikt XVI. hatte in dem Interviewbuch "Licht der Welt" im November 2010 erklärt, nur in Einzelfällen dürften Prostituierte Kondome benutzen. Kurz darauf erneuerte der Vatikan aber seine klare Absage: Der Gebrauch von Kondomen und anderen Verhütungsmitteln bleibe verboten, sagte ein Vatikansprecher.

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