Bischof Dröge: Kirchen gehören zur Stadt

Bischof Dröge: Kirchen gehören zur Stadt
Zur 775-Jahr-Feier Berlins hat der evangelische Bischof Markus Dröge auf die besondere Bedeutung von Kirchen in Städten und Kommunen hingewiesen. Kirchen hätten nicht nur historische Bedeutung, sondern seien bis heute Orte der Hoffnung und des Danks, sagte Dröge am Samstag im rbb-Hörfunk. "Unverrückbar stehen sie neben Einkaufspassagen und Banken und halten das Bewusstsein dafür wach, dass unser Leben nicht in materiellen Gütern und maximalem Gewinn aufgeht."

Kirchen seien "sichtbare Zeichen in die Stadt hinein" und stünden für Gerechtigkeit und sozialen Ausgleich, betonte Dröge. "Sie rufen uns in die Verantwortung." Beispiele wie Suppenküchen zeigten, dass christliche Gemeinden sich dieser Verantwortung auch stellen. Außerdem böten Kirchen verfolgten Menschen Schutz und Zuflucht. "Gemeinsam mit anderen Religionsgemeinschaften rufen uns die Kirchen deshalb dazu auf, nach einem friedlichen Zusammenleben in der Stadt zu streben."

Dabei sei die Geschichte Berlins nicht nur eng mit der Kirchengeschichte verwoben, betonte Dröge. Auch Synagogen und Moscheen gehörten zur Tradition der Stadt. So werde etwa der Friedhof der Sehitlik-Moschee in Berlin-Neukölln im kommenden Jahr 150 Jahre alt. Zudem zeige der Rückblick auf die Stadtgeschichte, dass die Offenheit für Zuwanderer immer schon ein Wesensmerkmal Berlins war.