Theologe Küng fordert Drittes Vatikanisches Konzil

Theologe Küng fordert Drittes Vatikanisches Konzil
Der Schweizer Theologe Hans Küng findet, ein ein Drittes Vatikanisches Konzil könne "überfällige Reformen" in der katholischen Kirche einleiten.

Ein neues Konzil müsse nicht so groß und umfangreich sein wie das Zweite Vaticanum sein, sagte der 84-Jährige der "Rhein-Zeitung" (Donnerstagsausgabe) zum 50. Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. "Es würde auch eine kleinere, repräsentative Zusammenkunft reichen, auch mit Pfarrern und Laien, besonders Frauen."

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Küng, der vor 50 Jahren selbst als Konzilstheologe in Rom war, hält eine derartige Zusammenkunft allerdings in nächster Zeit für wenig wahrscheinlich. "Die meisten der jetzigen Bischöfe und Kardinäle wurden nach Linientreue ausgewählt", sagte der emeritierte Professor für Ökumenische Theologie.

Ungehorsam in Österreich

Reformen müssten von unten angestoßen werden, wie es schon oft in der Kirchengeschichte der Fall war. Als Beispiel nannte er die österreichische Pfarrer-Initiative mit rund 400 Mitgliedern. "Dort werden im Ungehorsam gegen die Hierarchie Reformen umgesetzt, die die Kurie noch blockiert." Auch die Pfarrei-Initiative in der Schweiz sei ein hoffnungsvoller Aufbruch.

Küng äußerte sich überzeugt, dass es "einem neuen Papst möglich wäre, den Priesterzölibat über Nacht abzuschaffen". Von Benedikt XVI. habe er die Fortsetzung der Reformen des Zweiten Vaticanums erhofft. "Stattdessen hat er sich den konservativen Piusbrüdern zugewandt und Reformer und Befreiungstheologen am Wegrand stehen lassen." Küng 1979 die kirchliche Lehrerlaubnis entzogen worden.