Floristen: Noch keine Kaufzurückhaltung spürbar

Floristen: Noch keine Kaufzurückhaltung spürbar
14.03.2023
epd
epd-Gespräch: Karen Miether

Gelsenkirchen, Hannover (epd). Trotz steigender Preise in vielen Bereichen spürt die Floristik-Branche nach Angaben des Fachverbandes Deutscher Floristen noch keine vermehrte Kaufzurückhaltung bei ihren Kunden. In der Corona-Pandemie hätten sich Blumen als „enorm positiver Anker“ erwiesen, sagte Verbandssprecherin Nicola Fink dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dies setze sich aktuell angesichts vieler Sorgen fort, auch wenn manche den Gürtel enger schnallen müssten.

Wer Geld sparen wolle, bleibe eher zu Hause, erläuterte Fink. „Und dann möchten die Menschen es sich gerne schön machen, und Blumen und Pflanzen gehören einfach dazu.“ Das habe während der Pandemie auch für Menschen im Homeoffice gegolten. Floristinnen und Floristen hätten in den Zeiten der Corona-Restriktionen vielfach ihre Ware auch online vermarktet. Mit Erfolg: Gerade weil Menschen sich nicht persönlich treffen konnten, hätten sie einander Blumengrüße geschickt.

Aktuell gebe es steigende Einkaufspreise für Schnittblumen, sagte Fink. Dies sei jedoch im Winter nichts Ungewöhnliches. „Rosen zum Beispiel kommen in dieser Zeit vielfach aus den Ländern des globalen Südens und haben entsprechend weite Wege hinter sich. Es ist noch nicht so viel Frühlingsflor da, der viel regionaler produziert wird.“

Allerdings sei durchaus zu beobachten, dass in den Niederlanden Produzenten ihre Angebote eingeschränkt hätten oder gar schließen mussten. Von dort komme die meiste Ware, die in Deutschland angeboten werde. „Das erreicht den Floristen in dem Moment, in dem er im Großhandel nicht mehr die Sortimente zur Verfügung hat, die er sonst gewohnt ist“, sagte die Sprecherin des Verbandes mit bundesweit rund 3.500 Mitgliedsbetrieben. „Aber es ist noch keine Situation, die besorgniserregend ist.“

Wichtig sei es für die Fachgeschäfte, Trends und Entwicklungen im Blick zu behalten. „Manche Floristen haben die Dienstleistungen und ihre Sortimente verändert oder auch den Eventbereich wie Hochzeiten, Trauerfeiern, Betriebsfeiern entsprechend ausgebaut“, erläuterte Fink. „Das sind Unternehmen, die gut aufgestellt sind.“ Bewusst wolle sich die Branche mit kreativ gestalteten Unikaten von der Massenware in Supermärkten absetzen. Die Profis wüssten zudem, wie die Blumen optimal inszeniert und versorgt würden, und auch dies wirke sich auf die Qualität aus.